Ein schwerer Erdrutsch in der Früh des 22. Jänner 2026 hat einen beliebten Campingplatz in Mount Maunganui, Neuseeland, verwüstet. Teile des Areals wurden unter Schutt begraben, während Zelte dem Erdboden gleichgemacht wurden. Augenzeugen berichteten erschütternd von Hilfeschreien aus einem Toilettenblock. Menschen, die auf einem Dach Schutz gesucht hatten, versuchten, zu den Eingeschlossenen vorzudringen, jedoch verstummten die Stimmen nach rund 15 Minuten. Der Polizeichef Tim Anderson konnte keine genaue Zahl der Vermissten angeben, nannte jedoch „eine einstellige Zahl“, zu der auch Kinder gehören könnten, wie T-Online berichtet.
Die heftigen Regenfälle, die in der Region Bay of Plenty Niederschlagsmengen brachten, die normalerweise in zweieinhalb Monaten fallen würden, waren für den Erdrutsch verantwortlich. Die Region erlebt derzeit Sommerferien, was das Reiseaufkommen erhöht hat. In der Nähe von Mount Maunganui kam es zudem in Papamoa zu einem weiteren Erdrutsch, der ein Wohnhaus traf, wobei auch dort zwei Personen vermisst werden. Die Rettungsarbeiten gestalten sich als äußerst schwierig, da die Gefahr weiterer Erdrutsche besteht. Anderson äußerte jedoch, dass es möglich sei, noch Überlebende zu finden, und es wurde eine Hundestaffel zur Unterstützung angefordert.
Rettungsaktionen und Notstand
Die Such- und Rettungsarbeiten werden durch den Einsatz von Drohnen, Hubschraubern und Rafting-Booten unterstützt. Minister für Notfallmanagement Mark Mitchell kündigte an, dass die Sucharbeiten die ganze Nacht fortgesetzt werden sollen. In mehreren Regionen Neuseelands wurde aufgrund des extremen Wetters der Notstand ausgerufen. Die Bevölkerung wird zu äußerster Vorsicht gemahnt, da es in der gesamten Nordinsel zu schweren Überschwemmungen und weiteren Erdrutschen gekommen ist.
Außerdem wird nördlich von Auckland nach einem Mann gesucht, der mit seinem Auto beim Überqueren des Mahurangi River von den Fluten mitgerissen wurde.
Bereits zuvor hatte Zyklon Gabrielle im vergangenen Jahr schwere Verwüstungen in Neuseeland angerichtet, wobei vier Menschen, darunter ein Kind und ein Feuerwehrmann, ums Leben kamen. Tausende Menschen wurden obdachlos, besonders in der Region Hawke’s Bay. Militärfahrzeuge evakuierten etwa 9000 Personen. Die Anhaltsschäden der Wetterextreme verdeutlichen die Anfälligkeit der Region für Naturkatastrophen und deren verheerenden Einfluss auf die betroffenen Gemeinden. In Anbetracht der erneuten extremen Wetterereignisse bleibt die Situation in Neuseeland angespannt und erfordert fortwährende Aufmerksamkeit und Vorsorgemaßnahmen, wie Kleine Zeitung und n-tv berichten.