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In einem historischen Verfahren, das die Öffentlichkeit Schockwellen versetzt, hat der Prozess gegen den ehemaligen Chirurgen Joël Le Scouarnec in der Bretagne, Frankreich, begonnen. Der 74-Jährige wird beschuldigt, 299 Patienten, darunter viele Kinder im Alter von durchschnittlich 11 Jahren, sexuell missbraucht zu haben. Die Anklagen umfassen gravierende Delikte wie Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch, die sich über einen Zeitraum von mehr als drei Jahrzehnten erstreckten. Die Taten geschahen häufig, während die Opfer sich von Operationen erholten oder unter Narkose standen. Dies ist der größte Strafprozess wegen Kindesmissbrauchs in der französischen Geschichte, wie Kosmo berichtete.
Die Zahl der Anklagen ist erschreckend: Le Scouarnec wird insgesamt 300 Straftaten zur Last gelegt, darunter 111 Vergewaltigungen und 189 sexuelle Übergriffe in 12 verschiedenen Krankenhäusern, und das jüngste Opfer war erst ein Jahr alt. Ein zentrales Thema in diesem Verfahren ist, wie er trotz einer früheren Verurteilung im Jahr 2005 wegen kinderpornografischer Bilder weiterhin operieren konnte. Aktuell verbüßt er bereits eine 15-jährige Haftstrafe, nachdem er wegen des Missbrauchs von vier Kindern verurteilt wurde. Opfer und Kinderrechtsaktivisten fordern Gerechtigkeit und wollen die systemischen Fehler aufdecken, die es Le Scouarnec ermöglichten, ungehindert zu handeln, wie auch Süddeutsche Zeitung feststellte.
Platzmangel im Gericht
Der Prozess findet unter schwierigen Bedingungen statt, da der Gerichtssaal in Vannes viel zu klein für die Anzahl der betroffenen Personen ist. Fast 300 mutmaßliche Opfer und ihre Angehörigen sind anwesend, viele von ihnen können nicht einmal im Saal Platz finden. Dies illustriert die Dimensionen dieses Falls, der nicht nur das Schicksal der Opfer umfasst, sondern auch das der Familien, die unter der Schwere dieser Verbrechen leiden. Le Scouarnec hat bereits zugegeben, "schreckliche Dinge" getan zu haben, was die Ernsthaftigkeit der Vorwürfe nur unterstreicht. Sollte er verurteilt werden, könnte ihm eine zusätzliche Haftstrafe von bis zu 20 Jahren drohen, was in diesem erschütternden Fall zusätzliches Gewicht verleiht.
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