
Am 2. April 2025 berichtete die BBC über eine schwerwiegende Datenpanne bei fünf Nischen-Dating-Apps. Diese Sicherheitsverletzung hat dazu geführt, dass rund 1,5 Millionen private Fotos über Monate ungeschützt im Internet zugänglich waren. Betroffen sind die Apps BDSM People, Chica, Pink, Translove und Brish, die insgesamt schätzungsweise 800.000 bis 900.000 Nutzer weltweit haben. Die veröffentlichten Bilder stammen sowohl aus Profilen als auch aus privaten Chats, einschließlich Inhalten, die bereits gelöscht waren. Sicherheitsforscher Aras Nazarovas identifizierte die Sicherheitslücke im Quellcode von BDSM People, woraufhin die Zugangsdaten zu einem ungeschützten Speicher öffentlich zugänglich wurden.
Besonders alarmierend ist, dass diese Fotos durch Gesichtserkennungssoftware zur Identifikation verwendet werden könnten, was für viele Betroffene in Ländern mit einem Verbot von Homosexualität lebensgefährlich sein kann. Darüber hinaus gibt es Risiken bezüglich Cyberkriminalität und Erpressung. M.A.D Mobile, das Unternehmen hinter diesen Apps, wurde bereits am 20. Januar 2025 auf das Problem hingewiesen, reagierte jedoch erst nach einer Anfrage der BBC Ende März. Eine Erklärung für die Verzögerung steht bislang aus. Der Vorfall erinnert an den Datenklau bei Ashley Madison im Jahr 2015 und wirft Fragen zur Datensicherheit in der Branche auf, die in letzter Zeit zunehmend in der Kritik steht.
Die Herausforderungen von Dating-Apps
In einem weiteren Kontext beleuchtet ein Bericht von NPR die Herausforderungen, mit denen Dating-App-Unternehmen wie Match Group und Bumble konfrontiert sind. Diese Firmen verzeichnen nicht nur sinkende Aktienkurse, sondern auch eine abnehmende Nutzerbindung. Die CEOs beider Unternehmen haben in letzter Zeit aufgrund dieser Herausforderungen ihre Posten aufgegeben. Während Match Group über 45 Dating-Apps betreibt, darunter Tinder, OkCupid und Hinge, zeigt sich eine paradoxe Entwicklung: Obwohl Dating-Apps darauf angewiesen sind, Nutzer zu finden, um erfolgreich zu sein, verlieren sie oft Kunden, sobald diese eine bedeutungsvolle Beziehung eingehen.
Besondere Beachtung findet Hinge, das sich selbst als "die Dating-App, die zum Löschen gedacht ist", vermarktet. Diese Plattform setzt auf ein Freemium-Modell, bei dem grundlegende Funktionen kostenlos sind, während Premium-Funktionen kostenpflichtig sind. Rund ein Drittel der Amerikaner, die Dating-Apps genutzt haben, haben dafür bezahlt und geben dabei monatlich etwa 18 bis 19 Dollar aus. Über den Druck aus den Anlegerkreisen versuchen viele Anbieter, mehr kostenlose Nutzer in zahlende Benutzer zu verwandeln. Dies hat zu Kritik an der Verschlechterung der Nutzererfahrung geführt, ein Phänomen, das als „enshittification“ bekannt ist, und das die langfristige Fähigkeit der Apps gefährdet, gesunde Nutzererfahrungen zu bieten.
Risiken und Vorsichtsmaßnahmen
In Österreich nutzen schätzungsweise 600.000 Personen Dating-Apps, die es den Nutzern ermöglichen, schnell und einfach durch ein Swipe-Prinzip Gleichgesinnte zu finden. Es gibt spezifische Apps für verschiedene sexuelle Orientierungen und religiöse Ansichten. Beispiele hierfür sind Tinder, Grindr, und Bumble, die alle verschiedene Nutzererlebnisse bieten. Dennoch ist es wichtig, bei der Nutzung solcher Angebote Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um Datenmissbrauch und andere Risiken zu vermeiden. Sensible Daten sollten geschützt werden, und die Seriosität der Apps vor der Verwendung sollte gründlich geprüft werden.
Ein Beispiel für solche Risiken zeigt sich bei Grindr, wo personenbezogene Daten, einschließlich Standortdaten und Gesundheitsinformationen, an Dritte weitergegeben werden. 2021 erhielt Grindr eine Strafe wegen Datenschutzverstößen. Um Nutzer zu schützen, wird empfohlen, beim Chatten nur mit verifizierten Profilen zu interagieren und Geldüberweisungen an Fremde zu vermeiden. Außerdem sollte die Nutzung von öffentlichen WLAN-Netzen bevorzugt werden. Als verantwortungsvolle Maßnahme können Nutzer, um sich vor Love Scams zu schützen, die App löschen, wenn eine ernsthafte Beziehung in Aussicht ist.
Die aktuellen Ereignisse und die Herausforderungen in der Dating-App-Branche werfen einen Schatten auf die neueste Entwickelung im Bereich der Online-Dating-Plattformen. In Anbetracht der Risiken und der notwendigen Vorsichtsmaßnahmen bleibt es für Nutzer wichtig, über die potenziellen Gefahren belehrt zu werden und sich aktiv um ihre Datensicherheit zu kümmern.
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