Der bekannte Lebensmittelkonzern Danone hat am 5. Februar 2026 in Österreich einen bedeutenden Rückruf von Babynahrung bekannt gegeben. Betroffen sind 15 Produkte und über 120 Chargen der Marken Aptamil und Milumil. Dieser Schritt erfolgt aufgrund aktualisierter Empfehlungen zum Cereulid-Schwellenwert und in Abstimmung mit der Lebensmittelaufsichtsbehörde. Auch Produkte in Grenznähe zu Deutschland sind von dieser Maßnahme umfasst, was das Problem zu einem grenzüberschreitenden Gesundheitsrisiko macht. Bereits in der Vorwoche wurden mehrere Produkte zurückgerufen, was die Besorgnis der Verbraucher erhöht hat.

Die Rückrufaktion betrifft unter anderem Produkte wie Aptamil Pronutra Pre 800g sowie Milumil Pre 1,2kg. Die genauen Mindesthaltbarkeitsdaten sowie Chargennummern sind auf den Markenwebsites aptaclub.at und milupa.at aufgeführt. Der erhöhte Cereulid-Wert in den Lebensmitteln kann ernsthafte gesundheitliche Auswirkungen haben, darunter Erbrechen und Durchfall, meist innerhalb von 30 Minuten bis 6 Stunden nach dem Verzehr. Eltern wird geraten, im Falle von Bedenken einen Kinderarzt zu konsultieren, und betroffene Produkte sollten nicht weiter gefüttert werden.

Gesundheitsrisiken durch Cereulid

Der Rückruf wird durch den Verdacht auf das Gift Cereulid begründet, welches von Bakterien der Bacillus-cereus-Gruppe produziert werden kann. Eine der Hauptursachen für die Verunreinigung ist ein in China hergestellter Inhaltsstoff, die Arachidonsäure, der möglicherweise mit diesen Bakterien kontaminiert ist. Cabio Biotech, ein bedeutender Hersteller dieser Substanz, ist in der Stadt Wuhan ansässig, was das globale Ausmaß des Problems verdeutlicht. Die Verbraucherzentrale Bayern empfiehlt, regelmäßig die Plattform lebensmittelwarnung.de zu überprüfen, um über weitere Entwicklungen informiert zu bleiben.

Die Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA hat neue Richtwerte für Cereulid vorgeschlagen. Ein Wert von mehr als 0,054 Mikrogramm pro Liter in Säuglingsnahrung oder mehr als 0,1 Mikrogramm pro Liter in Folgenahrung könnte bereits Sicherheitswerte überschreiten. Insbesondere für Säuglinge stellt Cereulid eine erhebliche Gefahr dar, da ihr empfindlicher Stoffwechsel auf das Toxin stärker reagiert.

Wichtige Hinweise für Verbraucher

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat betont, dass das Toxin Cereulid in Lebensmitteln eine ernstzunehmende Gesundheitsgefahr darstellt. Es kann nicht durch Erhitzen oder Abkochen inaktiviert werden, was die Zubereitung von Babynahrung kompliziert macht. Das Risiko einer Verunreinigung steigt, wenn zubereitete Milchpulver über längere Zeit bei Raumtemperatur stehen gelassen werden.

Verbraucher, die betroffene Produkte besitzen, können diese zurückgeben, auch ohne Kassabon wird der Kaufpreis erstattet. Danone hat versichert, dass alle nicht betroffenen Produkte sicher sind. Weitere Informationen sind auf den Websites von Danone und den jeweiligen Marken zu finden.

5min.at berichtet, dass die Rückrufaktion eine Reaktion auf die neue Risikobewertung darstellt. Gleichzeitig erhebt die französische Verbrauchergruppe Vorwürfe gegen Danone und Lactalis, dass sie zu spät auf die Gefahren reagiert hätten. Einige Familien in Frankreich haben bereits rechtliche Schritte eingeleitet. Die Situation bleibt für viele Eltern beunruhigend, während die Lebensmittelsicherheitsbehörden damit beschäftigt sind, die Probleme zu analysieren und Lösungen zu finden.