Im Burgenland hat sich in den letzten Jahren ein bemerkenswerter wirtschaftlicher Wandel vollzogen. Laut ORF Burgenland trägt die burgenländische Industrie etwa 28 Prozent zur heimischen Wertschöpfung bei. Ein Augenmerk liegt auf dem starken Anstieg der Exporte und der Entwicklung innovativer Industriezweige in der Region.

Besonders hervorzuheben ist, dass der produzierende Bereich im Burgenland eine Gesamtproduktion von 5,23 Milliarden Euro erzielt. Ein beachtlicher Teil, fast 2 Milliarden Euro des Umsatzes, stammt aus dem Ausland, was die hohe Exportquote von fast 40 Prozent verdeutlicht. Für die Kernindustrie, die Waren herstellt, liegt die Exportquote sogar bei knapp 60 Prozent. Die Mehrheit der Exporte, nämlich 74 Prozent, geht in die Euro-Zone, was die internationale Vernetzung der burgenländischen Wirtschaft zeigt.

Entwicklung durch EU-Förderungen

Der wirtschaftliche Aufschwung im Burgenland ist eng mit den EU-Förderungen verbunden. Österreich trat am 1. Jänner 1995 der Europäischen Union bei, was für das Burgenland besonders relevante Folgen hatte. In einer Volksabstimmung stimmten 66,6 Prozent der Wähler:innen für den Beitritt, in Burgenland lag die Zustimmung sogar bei 74,7 Prozent, wie Neue Zeit berichtet. Das Burgenland wurde als Ziel-1-Region eingestuft und erhielt von 1995 bis 2006 insgesamt 985 Millionen Euro aus Strukturfonds, um regionale Unterschiede abzubauen und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu verbessern.

Hauptziele dieser Förderungen waren die Unterstützung von Gewerbe und Industrie sowie der Aufbau von Technologiezentren und Wirtschaftsparks, zum Beispiel in Heiligenkreuz. Eine Besonderheit dieser Programme war die Förderung umweltfreundlicher Initiativen, insbesondere im Bereich erneuerbare Energien. Bis 2013 wurde das Burgenland als „Phasing-Out“-Gebiet weiter gefördert, was den Übergang zu einem nachhaltigeren Wirtschaftsmodell erleichterte. Mittlerweile liegt das BIP pro Kopf bei 93 Prozent des EU-Durchschnitts.

Rückblick auf historische Herausforderungen

Historische Gründe haben zu den anfänglichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Burgenland beigetragen. Als jüngstes Bundesland seit 1921 war es stark landwirtschaftlich geprägt und hatte keinen ausreichend entwickelten städtischen Raum. Der Rückgang der Landwirtschaft in den 1980er-Jahren führte zu einer hohen Pendlerrate und Abwanderung. Dank der EU-Förderungen konnten jedoch Arbeitsplätze geschaffen und die Abwanderung verringert werden.

Die Förderung von Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen hat ebenfalls zum wirtschaftlichen Erfolg des Burgenlandes beigetragen. Bildung ist ein Schlüsselfaktor, um die Region zu einem aufstrebenden Industrie- und Wirtschaftsraum zu entwickeln. Damit hat sich das Burgenland zu einem Beispiel für gelungene Regionalpolitik entwickelt, das die Vorteile der EU Mitgliedschaft erfolgreich nutzt.