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In der dunklen Nacht vom 5. Februar 1995 wurde Oberwart zum Schauplatz eines abscheulichen Verbrechens, als vier Roma brutal ermordet wurden. Die Opfer, Josef Simon, Peter Sarközi, Erwin und Karl Horvath, starben durch eine heimtückische Sprengfalle, die an einer Müllsammelstelle deponiert war. Diese grausame Tat geschah während des versuchten Entfernens eines hasserfüllten Schildes mit der Aufschrift „Roma zurück nach Indien“. Zwei Tage später folgte eine weitere Explosion in Stinatz, bei der ein Angestellter der Müllabfuhr schwer verletzt wurde. Die Ermittlungen stießen auf große Widerstände, und die Täter wurden zunächst in der eigenen Gemeinde vermutet, bis der wahre Hintergrund des Anschlags bekannt wurde, wie ORF berichtet.
Aufklärung und leidvolle Folgen
Die Ermittlung führte schließlich zu Franz Fuchs, der 1997 als Verantwortlicher für die mörderischen Taten festgestellt wurde. Dieser selbsternannte Terrorist hatte sich zuvor durch eine Serie von Briefbombenanschlägen einen Namen gemacht. Ein tragisches Ergebnis seines Verhaftungsverfahrens war, dass Fuchs bei einem gescheiterten Selbstmordversuch beide Unterarme verlor. Seinen stattlichen Mordbekenner-Tattoo hatte er bis zu seinem Suizid im Jahr 1998 in der Justizanstalt Graz-Karlau, wo er lebenslang verurteilt wurde, nie abgelegt. In der Folge kamen jedoch viele Fragen auf, ob Fuchs allein gehandelt hatte, wie Kurier berichtet.
Die Folgen des Anschlags waren weitreichend. Die öffentliche Wahrnehmung der Roma-Kultur erlebt seitdem einen grundlegenden Wandel. Der abwertende Begriff „Zigeuner“ hat an Anklang verloren, und es wurden Maßnahmen ergriffen, um die Lebenssituation der Roma nachhaltig zu verbessern. Bedeutsame Gedenkfeiern, wie das angekündigte Mahnmal in Oberwart anlässlich des 30. Jahrestages des Attentats, verdeutlichen die anhaltende Erinnerung an die grausamen Taten und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft.
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