Der Buckelwal „Timmy“ liegt schwer angeschlagen in der Ostsee und kämpft seit Wochen um sein Überleben. Experten gehen davon aus, dass der Wal nicht mehr lange leben wird, da sich sein Zustand zusehends verschlechtert. Rettungsversuche wurden mittlerweile eingestellt, da sie das Tier nur zusätzlich belasten würden, wie oe24 berichtet.
Timmy liegt seit mehreren Tagen in der Nähe der Insel Poel und ist im Schlick festgefahren. Laut dem Schweriner Umweltministerium hat er die Nacht überlebt und zeigt sogar leichte Aktivitäten, indem er noch atmet. Experten haben jedoch klar signalisiert, dass jede Form der Rettung mehr Leid verursachen könnte. Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat deshalb entschieden, Timmy in Ruhe sterben zu lassen, eine Entscheidung, die im Einklang mit einem wissenschaftlichen Gutachten steht. Diese Sichtweise wird auch vom International Whaling Commission Strandings Expert Panel (IWC SEP) unterstützt.
Wissenschaftliche Untersuchung nach dem Tod
Nach dem Tod von Timmy wird die Firma „SecAnim“ mit der Bergung des Kadavers beauftragt, die voraussichtlich vom Umweltministerium angeordnet wird. Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund ist bereit, den Wal nach der Obduktion wissenschaftlich zu untersuchen, um mehr über seinen Gesundheitszustand und mögliche Verletzungen zu erfahren. Dies umfasst das Entnehmen von Organen und Gewebeproben zur weiteren Forschung. Auch die Universität Rostock hat Interesse daran bekundet, das Skelett des Wals zu erhalten.
Der Kadaver wird in flüssigkeitsdichten Fahrzeugen abtransportiert und soll unter strengen Hygienebedingungen weiterverarbeitet werden. Geplante Verwertungsoptionen beinhalten die Herstellung von CO2-neutralem Brennstoff für Industrieanlagen oder die Gewinnung von Biodiesel. Der Zustand des Wals gilt als kritisch, und die Abstände zwischen seinen Atemzügen werden immer länger, was auf den fortschreitenden Sterbeprozess hinweist.
Meeresmuseumsdirektor Burkard Baschek hat die Notwendigkeit betont, den Wal in seiner letzten Phase nicht zu stören. Minister Backhaus bezeichnete Timmy als „schwerstkrank“ und äußerte, dass die Dauer des Sterbeprozesses ungewiss sei. Solche Entscheidungen, so Backhaus, gehören zu den schwersten seiner 28-jährigen Amtszeit, wie ZDF mitteilt.
Die Situation des Buckelwals Timmy hat sowohl das öffentliche Interesse als auch die Diskussion über den Umgang mit kranken Wildtieren neu entfacht. Während die Situation angespannt bleibt, hoffen Experten, dass die nachfolgenden Untersuchungen Aufschluss über die Gesundheit von Walen in der Ostsee geben werden.