Am 14. Jänner 2026 fand die Jahrespressekonferenz der Automobilwirtschaft in Wien statt. Gemeinsam mit Statistik Austria wurden die Kfz-Zulassungen für das Jahr 2025 präsentiert. In Österreich wurden in diesem Jahr 284.978 neue Pkw zugelassen, was einen Anstieg von 12,3 % im Vergleich zu 2024 bedeutet, als noch 253.789 Fahrzeuge neu erhältlich waren. Dies stellt den höchsten Stand seit 2019 dar, wo 329.363 Neuzulassungen registriert wurden. Besonders stark war das Wachstum in den Monaten Juli (31,6 %), September (29,4 %) und August (25,3 %), während es nur in den Monaten Juni (−9,2 %) und Februar (−2,0 %) Rückgänge gab.
Ein zentraler Trend sind die Elektrofahrzeuge, die im Jahr 2025 60.651 Neuzulassungen verzeichneten, was einem Plus von 35,9 % und einem Marktanteil von 21,3 % entspricht. Benzin-Hybridfahrzeuge kamen auf 97.143 Neuzulassungen (+45,7 %), während die Neuzulassungen von Diesel-Hybridfahrzeugen leicht anstiegen und 14.721 Fahrzeuge (+2,6 %) erreichten. Insgesamt entfielen 60,5 % der Neuzulassungen auf alternative Antriebsarten, was einem Anstieg von 37,3 % entspricht. Im Gegensatz dazu sanken die Neuzulassungen von Diesel-Pkw um 25,2 % auf 33.004 Fahrzeuge.
Änderungen im Markt
Bei den Benzin-Pkw wurden 79.457 Neuzulassungen registriert, was einem Rückgang von 5,4 % im Vergleich zu 2024 entspricht. Der Marktanteil von Diesel-Pkw beliegt nun bei 11,6 %. Besonders bemerkenswert ist, dass 63,4 % der neuen Fahrzeuge an juristische Personen verkauft wurden, während 36,6 % in den Besitz von Privatpersonen übergingen. Letztere kauften 71,5 % mehr Elektro-Pkw und 67,4 % mehr Benzin-Hybrid-Pkw. Der Marktanteil rein elektrisch angetriebener Fahrzeuge stieg bei privaten Neuzulassungen auf 29,6 %.
Die deutschen Zulassungszahlen zeigen sich ebenfalls positiv. Im Jahr 2023 wurden rund 3,7 Millionen Fahrzeuge neu zugelassen, darunter 2.844.609 Personenkraftwagen, die um 7,3 % zulegten. Knapp die Hälfte dieser Neuzulassungen waren mit einem alternativen Antrieb ausgestattet, was den anhaltenden Trend zur Elektromobilität unterstreicht. In Deutschland erreichten batterieelektrische Pkw (BEV) einen Anstieg von 11,4 % im Vergleich zum Vorjahr. Auch in Österreich zeichnen sich ähnliche Tendenzen ab, wie die aktuellen Zahlen belegen.
Marktanteile und Käuferverhalten
Die beliebtesten Marken in Österreich sind Volkswagen, Skoda und BMW, wobei der VW Golf und der Skoda Octavia die meistverkauften Modelle sind. Besonders Privatkunde schätzen günstigere Alternativen, wobei Dacia-Modelle wie Sandero und Duster besonders gefragt sind. Im Elektroauto-Segment führt das Tesla Model Y die Liste an, gefolgt von Skoda Elroq und Skoda Enyaq.
Die durchschnittlichen CO₂-Emissionen von neu zugelassenen Fahrzeugen ohne Elektro- und Wasserstoffantriebe lagen bei 122 g/km, während der Wert unter Berücksichtigung von Elektro- und Wasserstofffahrzeugen bei 96 g/km lag. Diese Entwicklung hebt die Bemühungen zur Reduzierung der Emissionen hervor, die im Rahmen der aktuellen Klimaziele vorangetrieben werden.
Die Zufriedenheit unter Importeuren und Händlern zeigt sich in der positiven Marktentwicklung, auch wenn es Forderungen nach einem digitalen „Pickerl“ und einer Abschaffung der Normverbrauchsabgabe (NoVA) gibt. Diese wird als komplex und ohne klaren Lenkungseffekt kritisiert. Für 2026 wird ein weiteres leichtes Plus auf rund 290.000 Neuzulassungen prognostiziert.
Zusammenfassend ist der österreichische Automarkt stark im Wandel, geprägt von einem verschiebenden Fokus hin zu umweltfreundlicheren Antriebsarten. Mit den prognostizierten Trends ist die Branche vor Herausforderungen gestellt, die sowohl technologische Weiterentwicklungen als auch notwendige gesetzliche Anpassungen umfassen werden.