In einer groß angelegten Operation haben Ermittler der Sondereinheit „Sahara“ ein balkanisches Drogenkartell in Wien zerschlagen. Die Ermittlungen, die bis ins Jahr 2024 zurückreichen, führten zur Festnahme von elf Personen, die aus Bosnien und Herzegowina, Serbien, Slowenien und Österreich stammen. Der Drogenhandel umfasste während des vergangenen Jahres schätzungsweise eineinhalb Tonnen Cannabis, das regelmäßig mit Lastwagen aus Spanien nach Österreich transportiert wurde. Diese Informationen berichtet exxpress.at.

Die Transporte erfolgten über einen weitreichenden Weg, der durch Frankreich und Italien führte, bis die Drogen schließlich in Wien ankamen. Die Lastwagen waren legal auf slowenische Firmen angemeldet und transportierten offiziell zugelassene Waren wie Obst und Gemüse. Um die Drogen zu verbergen, wurden diese zusammen mit der harmlosen Fracht transportiert, was die verdeckte Operation der Ermittler nicht erleichterte. Diese mussten die Gruppe wochenlang observieren, um Beweise für die kriminellen Machenschaften zu sichern.

Feste Strukturen und ausgeklügelte Methoden

Den Ermittlern gelang es, die Drogenübergaben in Wien und Niederösterreich zu dokumentieren, die meist nachts auf Parkplätzen oder in Industriegebieten stattfanden. Auch das zwischendurch Lagern der Drogen in Wohnungen wurde aufgedeckt. Bei den Festnahmen konnten hunderte Kilo Cannabis sowie tausende Euro Bargeld sichergestellt werden. Die Maßnahme bringt nun neun Beschuldigte in Untersuchungshaft, deren Prozess am Wiener Landesgericht beginnt. Allen Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

Die Sondereinheit „Sahara“ wurde erst im September 2024 gegründet, ursprünglich zur Bekämpfung nordafrikanischer Banden. Doch die Zerschlagung des balkanischen Netzwerks ist ein wichtiger Schritt, um den Drogenhandel in Österreich zu bekämpfen, da laut kosmo.at die Balkan-Mafia den Drogenmarkt in Österreich dominierte.

Globale Dimension der Balkan-Kriminalität

Die Operation in Wien ist nur ein Teil eines viel größeren Problems. Laut srf.ch haben kriminelle Gruppen aus Montenegro, Albanien und Serbien während der letzten Jahrzehnte ihre Macht im europäischen Drogenhandel erheblich ausgebaut. Diese Banden funktionieren über lose Strukturen und arbeiten punktuell mit anderen internationalen Organisationen zusammen. Ihre Macht übersteigt häufig die Fähigkeiten lokaler Polizei und Justizbehörden.

Die Zusammenarbeit zwischen den Gruppen ist oft durchdrungen von pragmatischen Allianzen und spärlichen offenen Konflikten. Die Banden kontrollieren die gesamte Lieferkette, vom Anbau in Lateinamerika über den Transport bis hin zum Verkauf in Europa. Dadurch sind ihre Aktivitäten nicht nur auf Cannabis beschränkt, sondern erstrecken sich auf andere Drogen, wie Kokain. Die zunehmende Globalisierung ihrer Operationen erschwert die Strafverfolgung wesentlich und erfordert internationale Zusammenarbeit.