Am 4. Februar 2026 wurde eine Petition ins Leben gerufen, die als direkte Reaktion auf den Tod zweier Hunde, Bailey und Cooper, entstand und den Schutz von Haustieren im Jagdrecht fordern soll. Bailey, eine Australian-Shepherd-Husky-Dame, wurde am 13. Jänner von einem 48-jährigen Jäger erschossen, während sie eine gut sichtbare Warnweste trug. Der Jäger gab an, Bailey mit einem Fuchs verwechselt zu haben, ein Vorgehen, das unter Tierbesitzern zu erheblichem Aufschrei führte. Cooper, ein Bordercollie, wurde bereits Ende Dezember 2025 unter ähnlichen Umständen in Oberösterreich erschossen; auch hier behauptete der 84-jährige Jäger, er habe den Hund für einen Fuchs gehalten, obwohl dieser ein neonfarbenes Brustgeschirr trug und sich in der Nähe seines Halters befand.

Innerhalb von zwei Wochen nach diesen Vorfällen wurden insgesamt 15 Fälle von verletzten oder getöteten Haustieren gemeldet. Hierzu zählt auch die Katze Peach, die in einer Lebendfalle gefangen und per Kopfschuss getötet wurde. Trotz einer Anzeige gegen den Täter kam es zu einem Freispruch, was viele Tierbesitzer als unzureichenden Schutz ihrer Tiere empfinden. Laut Tierschutz Austria sei das geltende Jagdrecht nicht nur unzureichend, sondern sei ein strukturelles Problem, das dringend angegangen werden müsse.

Forderungen zur Reform des Jagdgesetzes

Mehr als 20.000 Haustierbesitzer fordern ein Umdenken in der Jagdgesetzgebung. Tierschutz Austria hat daraufhin Schritte eingeleitet, um ein österreichweites Verbot des Abschusses von Haustieren zu erwirken. Zu den weiteren Forderungen gehören psychologische Eignungstests für Jagdscheinbesitzer sowie ein Alkoholverbot bei der Jagd. Derzeit sind Jäger von psychologischen Gutachten im Waffengesetz ausgenommen, was zusätzlich für Besorgnis sorgt. In Frankreich wurde bereits 2023 die Jagd unter Alkoholeinfluss verboten, und viele Tierfreunde setzen sich dafür ein, dass Österreich einem ähnlichen Beispiel folgt.

Das Jagdrecht in Österreich ist in verschiedenen Paragraphen des Jagdgesetzes niedergelegt. Es wird unter anderem geregelt, dass die Jagd im öffentlichen Interesse ausgeübt werden muss. Dennoch erhalten viele Haustiere in Jagdgebieten keinen angemessenen Schutz – fast 98% der Landesfläche sind Jagdgebiete, in denen das Töten von Haustieren erlaubt ist. Dabei sind Jagdhunde von diesen Regelungen ausgenommen, was zu einem Gefühl der Ungerechtigkeit unter den Tierhaltern beiträgt.

Tierschutz Austria hat über 20.000 Stimmen für die Petition gesammelt und plant, diese an politische Entscheidungsträger zu übergeben. Die Organisation ruft alle Tierfreunde dazu auf, weitere Vorfälle zu melden und die Petition zu unterschreiben, um den Druck auf die Politik zu erhöhen. Die Tragödie um Bailey und Cooper hat eine öffentliche Debatte über den Schutz von Haustieren angestoßen, deren Ergebnisse weitreichende Änderungen in der Jagdgesetzgebung nach sich ziehen könnten.