In Österreich zeigt eine aktuelle Untersuchung, dass jedes neunte Volksschulkind einen Bedarf an Deutschförderung hat. Besonders in städtischen Gebieten ist dieser Anteil mit 19% signifikant höher als in ländlichen Regionen, wo er bei knapp 4% liegt. In Oberösterreich verzeichnet man alarmierend hohe Zahlen; in Wels erreicht der Anteil über 25%, gefolgt von Traun und Linz mit jeweils 22%. In Steyr sind es 19%, während in Salzburg und Graz jeweils 18% der Kinder betroffen sind. Weitere Städte wie Sankt Pölten und Innsbruck liegen bei 16%, während Villach und Bregenz einen Anteil von 13% aufweisen. Diese Daten stammen von vienna.at.

In Städten mit mehr als 25.000 Einwohnern gibt es ebenfalls hohe Anteile: Baden und Klagenfurt liegen zwischen 10-11%, Leonding und Wiener Neustadt zwischen 14-15%. Besonders auffällig ist, dass in Wien der Anteil von Kindern mit „außerordentlichem“ Status seit Jahren ein heiß diskutiertes Thema ist. Im Schuljahr 2019/20 mussten 14% der Schüler in Wien Deutschförderklassen besuchen; dieser Anteil stieg zuletzt auf 20%. In absoluten Zahlen hat Wien mit 16.600 Kindern den höchsten Bedarf, gefolgt von Linz mit 1.900 und Salzburg mit 1.000 Kindern.

Verteilung nach Bezirken

Die Verteilung in Wien zeigt erhebliche Unterschiede je nach Bezirk. In bürgerlichen Bezirken liegt der Anteil der Kinder mit Deutschförderbedarf unter 10%, während in Zuwandererbezirken etwa ein Drittel betroffen ist. Im Fünf-Jahres-Vergleich ist der Anstieg der „Außerordentlichen“ in 19 Städten mit mehr als 25.000 Einwohnern von 14% auf 19% zu verzeichnen. Die Einstufung erfolgt normalerweise bereits bei der Einschulung, wobei die Mehrheit der „Außerordentlichen“ in den ersten Klassen zu finden ist.

Der MIKA-D-Test

Kritik wird an dem MIKA-D-Test laut, der seit dem Schuljahr 2018/19 zur Feststellung des „außerordentlichen“ Status verwendet wird. Der Test dient nicht nur zur Einstufung, sondern auch zur Zuteilung in Deutschförderklassen und -kurse. Lehrkräfte sollen den Test am Semesterende verpflichtend durchführen; sie können jedoch auch außerhalb des Testzeitraums den Fortschritt beobachten und gegebenenfalls eine Umstufung vornehmen. Eine Ergänzungsskala, die für jene Schüler gedacht ist, die beim MIKA-D-Test knapp die Schwelle zum Deutschförderkurs verfehlen, wurde eingeführt. Laut bmb.gv.at wird diese Ergänzungsskala ab März 2025 zur Verfügung stehen.

Zusätzlich bietet die PH Steiermark Unterstützung im DaZ-Unterricht an, sowohl online als auch in Präsenz. Informationen zu Terminen und Angeboten sind unter bildung-stmk.gv.at verfügbar. Ein neuer Leitfaden zur Deutschförderung an österreichischen Schulen ist seit Jänner 2024 gültig. Damit soll der Unterricht für Kinder mit Deutschförderbedarf verbessert werden, um deren Integration und Fortbildung zu fördern.

Die Öffentlichkeit sieht die Notwendigkeit, diese Problematik ernsthaft anzugehen, um die Chancengleichheit für alle Schüler zu gewährleisten. Die Herausforderungen der Deutschförderung in den Schulen werden weiterhin ein zentrales Thema sein.