Der Kärntner Lawinenwarndienst hat am vergangenen Wochenende mehrere durch Personen ausgelöste sowie spontane Lawinen gemeldet. Aktuell besteht in vielen Teilen Kärntens die Warnstufe 3, die für eine erhebliche Lawinengefahr steht. Wie gailtal-journal.at berichtet, ist der Schneedeckenaufbau instabil, was besondere Vorsicht an steilen West-, Nord- und Osthängen oberhalb der Waldgrenze erfordert. Wintersportlerinnen und Wintersportler sollten sich bewusst sein, dass Lawinen leicht ausgelöst werden können, selbst von Einzelpersonen. Gefahrenstellen sind häufig nur schwer zu erkennen, selbst für erfahrene Skifahrer.
Ein weiteres Risiko sind Fernauslösungen, die auch aus größerer Entfernung erfolgen können. Daher ist es ratsam, defensive Routen zu wählen und vor allem steile Hänge zu vermeiden. Der Alpinnotruf 140 wird empfohlen, um Lawinenabgänge ohne Personenschaden zu melden, damit unnötige Einsätze der Rettungskräfte vermieden werden.
Die Bedeutung der Nassschneesituation
Die Situation zu Nassschnee erfordert ebenfalls besondere Aufmerksamkeit. Laut ortovox.com sind Einsinktiefe und Durchfeuchtung entscheidende Faktoren bei der Einschätzung des Nassschneeproblems. Die größte Herausforderung besteht darin, die richtige Zeit für die Beurteilung der Schneedecke zu finden, da deren Stabilität im Tagesverlauf variieren kann. Morgens kann die Schneedecke gefroren und stabil sein, während sie im Laufe des Nachmittags durch Erwärmung oder Regen erheblich an Stabilität verlieren kann. Steile Hänge sollten daher gegen Mittag oder am Nachmittag gemieden werden.
Besonders gefährlich ist die Kombination aus Regen und der bestehenden Schneedecke, da der Niederschlag die Deckschicht durchfeuchtet und die Zusatzlast erhöht. Wetterbedingungen wie die Höhenstufe und die Null-Grad-Grenze haben dabei einen erheblichen Einfluss auf die Lawinengefahr. Ein durchdachter Einsatz einer Checkliste kann helfen, relevante Beobachtungen zu sammeln und die Diskussion über Gefahren in der Gruppe zu fördern.
Gefahrenstufen und deren Einschätzung
Die Beurteilung und Kommunikation der Lawinengefahr erfolgt über das System der Gefahrenstufen, das auf drei wesentlichen Parametern basiert: der Stabilität der Schneedecke, der Häufigkeit der Gefahrenstellen und der potenziellen Lawinengröße. Die Experten verwenden die EAWS-Matrix zur objektiven Einschätzung der Gefahrenstufe, die in einer Umfrage unter 76 europäischen Prognostikern entwickelt wurde. Jede Kombination dieser Parameter führt zu einer spezifischen Gefahrenstufe, die im Lawinenlagebericht kommuniziert wird, wie bergundsteigen.com erläutert.
Es ist wichtig, die Gefahrenstufe in Verbindung mit den spezifischen Lawinenproblemen und den Bewertungskriterien zu betrachten. Allein die Gefahrenstufe reicht nicht aus, um die tatsächlichen Gegebenheiten im Gelände zu beurteilen. Verantwortungsvolles Handeln setzt voraus, dass Wintersportler die Lage im Gelände und die Entwicklung der Schneeverhältnisse kontinuierlich im Blick haben.