Am heutigen Tag, dem 14. Februar 2026, gibt die Tierschutzombudsstelle Wien hilfreiche Tipps für einen verantwortungsbewussten Fischkonsum. Der traditionelle Heringsschmaus, der am Ende der Faschingszeit gefeiert wird, ist ein fester Bestandteil des kulinarischen Jahresablaufs in Österreich. Trotz seiner Beliebtheit sieht Tierschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky die Notwendigkeit, Verbrauchern nahe zu legen, beim Kauf von Fisch auf Tier- und Umweltschutz zu achten. Der Ratgeber „Augen auf beim Fischeinkauf!“ bietet praktische Hinweise für den bewussten Konsum von Fischprodukten.
Mit einem durchschnittlichen Fischkonsum von fast 8 kg pro Jahr pro Person in Österreich ist der Einfluss der Konsumenten auf die Fischbestände und die Umwelt nicht zu unterschätzen. Die überfischten Heringsbestände und die hochtechnisierten Fangmethoden führen nicht nur zu einem Rückgang der Fischpopulationen, sondern verursachen auch unnötiges Leid bei Tieren. Darüber hinaus ist die Kennzeichnung von Fischprodukten meist lückenhaft, da verarbeitete Produkte oft von der EU-Kennzeichnungspflicht ausgenommen sind. In der Gastronomie fehlen zudem verpflichtende Kennzeichnungen zur Herkunft und Fang- bzw. Produktionsmethode von Fisch.
Tipps für einen nachhaltigen Heringsschmaus
Um einen verantwortungsvollen Heringsschmaus zu gestalten, empfiehlt die Tierschutzombudsstelle, pflanzliche Alternativen zum traditionellen Fischgericht auszuprobieren und die Gerichte selbst zuzubereiten. Verbraucher sollten auch in Restaurants nach der Herkunft des Fisches fragen. Die Stadt Wien achtet darauf, dass die Fischarten für städtische Einrichtungen aus nicht gefährdeten Beständen stammen und schonend gefangen oder gezüchtet werden. Der Lebensmittelingenaktionsplan und das Programm ÖkoKauf Wien fördern die nachhaltige öffentliche Beschaffung, um bessere Standards zu gewährleisten.
Zusätzlich stellt die Organisation Greenpeace wichtige Aspekte zur Überfischung und ihren Auswirkungen auf die Meere dar. Marine Lebensräume sind in einem sensiblen Gleichgewicht und die Überfischung kann katastrophale Folgen für diese Ökosysteme haben. Ein Beispiel ist der Kabeljau, dessen Bestände vor Neufundland stark dezimiert wurden. Fangverbote wurden oft erst verhängt, als die Bestände bereits nahezu vollständig ausgelöscht waren. Diese Entwicklung führt nicht nur zum Verlust von Arten, sondern hat auch wirtschaftliche Probleme für die ansässigen Gemeinden zur Folge. Wissenschaftler:innen empfehlen, den Anteil geschützter Meeresgebiete bis 2030 auf mindestens 30 Prozent zu erhöhen, um dem Artensterben entgegenzuwirken.
Der Einfluss der Konsumenten
Um die Überfischung einzudämmen, ist ein starkes Fischereimanagement notwendig, das die Ökosysteme berücksichtigt. Eine Definition von schonenden Fangmethoden und nachhaltigen Fangmengen, basierend auf wissenschaftlichen Empfehlungen, ist von großer Bedeutung. Die Einhaltung dieser Vorgaben muss zudem kontrolliert werden. Konsumenten können auch aktiv zur Bekämpfung der Überfischung beitragen, indem sie regionalen Bio-Fisch kaufen, der aus nachhaltiger Fischerei stammt. Es wird geraten, Pflanzenfresser wie Karpfen zu bevorzugen, da sie umweltfreundlicher sind als Raubfische wie Forelle oder Saibling. Fischerzeugnisse sollten bewusst und in Maßen konsumiert werden, während Skepsis gegenüber nicht vertrauenswürdigen Gütesiegeln wie dem MSC ratsam ist.
Konsumenten haben die Möglichkeit, durch ihr Verhalten und ihre Wahl einen Unterschied zu machen. Die Einkaufsratgeber der Tierschutzombudsstelle, die kostenlos zum Download verfügbar sind oder als gedruckte Broschüre im Rathaus erhältlich sind, bieten dabei Unterstützung.