Am 26. Oktober 2025 feierte Österreich den 70. Jahrestag des Bundesverfassungsgesetzes über die immerwährende Neutralität. Unter dem Motto „Erinnern für die Zukunft“ versammelten sich zahlreiche Bürger und Offizielle, um der entscheidenden Rolle der Neutralität und der darin verankerten Verantwortung zu gedenken. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und der Landtagspräsident Karl Wilfing würdigten bei der Gedenkveranstaltung die Bedeutung des Friedens und der Sicherheit in der gegenwärtigen Weltlage.
In ihrer Ansprache betonte Mikl-Leitner die Notwendigkeit von Selbstverteidigung und die Bedeutung eines gut ausgerüsteten Bundesheeres in Zeiten zunehmender internationaler Spannungen und Bedrohungen. Sie appellierte an die Wehrhaftigkeit der Demokratie, die sich gegen Desinformation und Propaganda zur Wehr setzen muss. „Demokratie erfordert Dialog, aber auch klare Grenzen gegen Zerstörung“, stellte sie fest und dankte gleichzeitig allen Einsatzkräften in Sicherheit, Gesundheitswesen und Ehrenamt für ihren unermüdlichen Dienst.
Aktuelle Bedrohungen und Sicherheitslage
Die Veranstaltung fand in einem Kontext statt, in dem Europa und Österreich zunehmend militärischen, kulturellen, ökonomischen und technologischen Bedrohungen ausgesetzt sind. Bundespräsident Alexander Van der Bellen unterstrich in seinen Äußerungen die Dringlichkeit einer robusteren Verteidigungsstrategie und appellierte an die Bevölkerung, die Werte und Lebensweise des Landes aktiv zu schützen und zu verteidigen. Er verwies darauf, dass die Freiheiten in der EU und in Österreich ernsthaft gefährdet sind.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner ergänzte, dass das Bundesheer zur stärksten Armee in der Geschichte der Zweiten Republik ausgebaut werden müsse. Sie warnte davor, soziale Themen gegen Sicherheitsangelegenheiten auszuspielen, und betonte die zentrale Rolle der Sicherheit für das Wohlergehen der Gesellschaft. Auch der SPÖ-Chef und Vizekanzler Andreas Babler stellte die Wichtigkeit von Neutralität und sozialer Sicherheit für eine wehrhafte Demokratie heraus.
Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag
Die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag umfassten verschiedene Veranstaltungen, die die Verbundenheit der Bürger mit ihren Institutionen und der Geschichte unterstrichen. Am Wiener Heldenplatz fanden Kranzniederlegungen statt, bei denen der gefallenen Soldaten und Opfer des Widerstandes gedacht wurde. Bundespräsident Van der Bellen und die Bundesregierung waren anwesend und zeigten den Familien ihre Ehrung.
Parallel dazu öffnete die Hofburg, das Parlament und das Bundeskanzleramt ihre Türen für die Bevölkerung, um einen direkten Zugang zu den politischen Institutionen zu ermöglichen. Erwartet wurden rund 10.000 Besucher, die an Führungen und Informationsständen teilnehmen konnten.
Zusätzlich veranstaltete die FPÖ ein „Neutralitätsfest“ hinter dem Parlament, während am Heldenplatz eine Leistungsschau des Bundesheeres stattfand. Dort präsentierten sich gepanzerte Fahrzeuge, ein Eurofighter-Modell und ein „Black Hawk“-Hubschrauber. Ein Höhepunkt waren die Überflüge der Luftstreitkräfte sowie Fallschirmsprünge, die für das Publikum ein spektakuläres Bild boten.
Die Ereignisse des Tages verdeutlichten einmal mehr, wie wichtig der Erhalt von Frieden, Freiheit und Demokratie ist, insbesondere in einer Zeit, in der Bedrohungen vielfältiger Natur die Grundwerte der Gesellschaft herausfordern.