Am 30. Jänner 2026 starb Samuel, der an der unheilbaren Krankheit ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) litt, kurz nach seinem 22. Geburtstag. Sein tragischer Tod öffnete erneut die Debatte über die tückische Natur dieser Erkrankung, die oft als einfache Erschöpfung trivialisiert wird. Samuel entschied sich für Sterbehilfe, nachdem seine Lebensqualität durch die Krankheit stark gesunken war. Diese Entscheidung spiegelt die existenzielle Not wider, die viele Betroffene erleben. Seine Botschaft war klar: „ME/CFS tötet!“ berichtet 5min.
Samuel war von der Außenwelt isoliert und konnte fast nur im Bett liegen. Allein die Kommunikation mit seiner Mutter erfolgte über Stift und Notizblock. Seine Symptome waren extrem: Dazu gehörten starke Reizempfindlichkeit, Schlafstörungen und das Leitsymptom Post-Exertional Malaise (PEM), das sich in einer dauerhaften Verschlechterung des Gesundheitszustands nach geringster körperlicher oder geistiger Anstrengung äußert. Diese Überanstrengungen führten oft zu einem „Crash“, der Tage oder Wochen andauern konnte. Leben mit ME/CFS beschreibt diese gefährlichen Auswirkungen detailliert.
Kritik an der medizinischen Versorgung
Samuels Eltern und er selbst äußerten immer wieder, dass vielen Ärzten die Symptome und die Schwere der Krankheit unbekannt sind. Diese Ignoranz wurde von Samuel scharf kritisiert, denn er fühlte sich von den österreichischen Behörden nicht ausreichend unterstützt. Sein Fall ist kein Einzelfall: Mehrere Studien belegen, dass das Suizidrisiko unter ME/CFS-Patienten signifikant erhöht ist, wobei Patienten oft bereits im Schnitt um die 40 Jahre an Suizid denken. Stigmatisierung und Unverständnis in ihrem sozialen Umfeld tragen oft zur Verzweiflung dieser Patienten bei. ME-CFS.net hebt hervor, dass die Schmerzursache für viele nicht primär der Leidensdruck ist, sondern vielmehr die Stigmatisierung.
Die Problematik wird zusätzlich durch die Neuheit von Long Covid verstärkt, das ebenfalls Symptome wie bei ME/CFS aufweisen kann und oft ignoriert wird. Fachleute sehen mehrere Parallelen zwischen diesen Erkrankungen und warnen vor der ernsthaften mentalen Belastung, die sich aus der unzureichenden medizinischen Anerkennung ergibt. Ein bekannter Psychologe, der zu diesem Thema forscht, hat herausgefunden, dass bei Betroffenen, denen ihre Krankheit von Ärzten als „CFS“ herabgestuft wird, die Suizidgedanken um ein Vielfaches erhöht sind. ME-CFS.net berichtet über diese besorgniserregenden Zusammenhänge.
Samuel und viele andere kämpfen nicht nur gegen ihre körperlichen Symptome, sondern auch gegen das Unverständnis und die Ignoranz, die ihre Erkrankung begleitet. Ihre Geschichten müssen gehört werden, um das Bewusstsein für ME/CFS zu schärfen und die notwendige Unterstützung zu mobilisieren.