Wladyslaw Heraskewytsch, ein ukrainischer Skeleton-Profi und Fahnenträger der Ukraine, erregte kürzlich Aufsehen mit einer eindrucksvollen Geste. Bei den Olympischen Winterspielen 2022 hielt er ein Schild mit der Aufschrift „No War in Ukraine“ hoch, kurz vor der Invasion Russlands in die Ukraine am 24. Februar 2022. Auch bei der aktuellen Olympiade zeigt er mit seinem speziellen Helm, der eine Hommage an kriegsgebeutelte Athleten darstellt, dass der Krieg ihn und die ukrainische Sportgemeinschaft nachhaltig prägt. Doch dieser Helm ist nun Gegenstand einer Überprüfung durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) aufgrund von Regelverstößen, die politische Botschaften an Wettkampfstätten untersagen. Wie Kleine Zeitung berichtet, hat das IOC das ukrainische Nationalkomitee kontaktiert, um den Vorfall zu klären.

Heraskewytsch betont, dass er die olympischen Regeln respektieren möchte und keine Regeln verletzt habe. Er hofft, dass er mit dem Helm antreten darf, da dieser eine bedeutende Botschaft trägt. „Es ist eine Hommage an die Athleten, die während der Olympischen Jugendspiele Medaillen gewonnen haben“, erklärte er. Dennoch bleibt die Entscheidung über den Kopfschutz ausständig, und die Angelegenheit wird weiterhin bearbeitet.

Protest gegen den Krieg und die IOC-Politik

Die Veränderungen, die der Krieg in der Ukraine mit sich brachte, betreffen auch die Sportlandschaft erheblich. Heraskewytsch sieht eine klare Verbindung zwischen Sport und Politik, da viele Sportstätten in der Ukraine Ziel von Angriffen sind. Nach der Invasion wurden russische und belarusische Athleten von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen, doch im Dezember 2023 erlaubte das IOC unter bestimmten Bedingungen deren Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris. Diese Bedingungen erfordern, dass die Athleten keine aktive Unterstützung des Krieges zeigen und keine Verbindungen zur Armee haben dürfen. Heraskewytsch kritisiert jedoch die Transparenz und Durchsetzbarkeit dieser Vorgaben. Er äußert Bedenken, dass Russland den Sport nutzt, um sein Image zu verbessern und den Krieg zu unterstützen, was ihm sehr zu schaffen macht. Tagesschau berichtet, dass es bereits Beweise für die Unterstützung des Krieges durch russische Athleten gibt, die über soziale Medien und Veranstaltungen verbreitet werden.

Der Konflikt between Ukraine und Russland hat auch direkte Auswirkungen auf die ukrainischen Athleten. Viele verloren ihre Trainingsstätten oder sehen sich mit den verheerenden Folgen des Krieges konfrontiert. Heraskewytsch wünscht sich eine friedliche Teilnahme an den Olympischen Spielen 2024 und hat mit Nachdruck gegen die Möglichkeit einer Propagandashow für Russland gewarnt.

Die IOC-Politik und die Ukraine

Die Position des IOC in dieser konfliktreichen Situation wird zunehmend kritisch betrachtet. Der Präsident des IOC, Thomas Bach, hat angekündigt, 2025 zurückzutreten, was Fragen über die zukünftige Haltung des IOC zur Teilnahme russischer Athleten aufwirft. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird, insbesondere da die Legitimität des IOC durch den Ukrainekrieg und dessen Umgang mit Russland infrage gestellt wird. Währenddessen kämpfen ukrainische Athleten nach den Olympischen Spielen mit einer tiefen Verwundung in das Kriegsterrain ihrer Heimat. Rund 500 ukrainische Sportler und Trainer haben im Krieg ihr Leben verloren.

Insgesamt bleibt die Situation angespannt und frustrierend für viele Athleten. Die ukrainische Delegation war bei den letzten Olympischen Spielen die kleinste, die das Land je repräsentiert hat, dennoch erreichten die Athleten bemerkenswerte Erfolge, darunter drei Goldmedaillen. Sportschau hebt hervor, dass der Boxer Oleksandr Khyzhniak und die Säbelfechterin Olha Charlan diese Medaillen nicht nur für ihr Land, sondern auch für die Soldaten und Familien, die unter dem Krieg leiden, gewidmet haben. Ihre Erfolge sind nicht nur sportliche Leistungen, sondern auch ein Symbol des Widerstands gegen die Gewalt und Zerstörung, die der Krieg gebracht hat.