In der Pazifikregion Russlands herrscht seit Tagen der Ausnahmezustand aufgrund extremer Schneefälle, die von den lokalen Medien als „Schnee-Apokalypse“ bezeichnet werden. Laut einem Bericht von Kleine Zeitung sind zahlreiche Häuser, Autos und Straßen eingeschneit. Über 50 cm Schnee sind innerhalb weniger Tage gefallen, was einem normal unerwarteten Niederschlag für mehrere Monate entspricht.

Trotz der hilfsbereiten Unterstützung von Studenten und Soldaten, die versuchen, betroffenen Menschen in Not zu helfen, gibt es Berichte über tragische Vorfälle. In Petropawlowsk-Kamtschatski wurden zwei Männer von herabfallenden Schneemassen erschlagen. Laut Meteorologen handelt es sich um die schwersten Schneefälle seit etwa 30 Jahren, und Stellenweise gibt es sogar bis zu fünf Meter hohe Schneeverwehungen.

Krisensitzungen und Versorgungsengpässe

Die extreme Wetterlage hat auch Auswirkungen auf die Versorgungslage. Gouverneur Wladimir Solodow hat eine Krisensitzung einberufen, um die Situation zu besprechen. Schwierigkeiten bei der Lieferung von Obst und Gemüse sind auf die verschneiten Straßen und Gewächshäuser zurückzuführen. Die Bevölkerung wurde mit Berichten über Hamsterkäufe konfrontiert, da viele versuchen, sich mit Lebensmitteln einzudecken.

Die Infrastruktur ist stark beeinträchtigt, und zahlreiche Schulen sind geschlossen. Viele haben auf Fernunterricht umgestellt, während die Eltern aufgefordert wurden, ihre Kinder drinnen zu halten, um sie vor herabfallendem Schnee und Eiszapfen zu schützen. Räumfahrzeuge sind rund um die Uhr im Einsatz, um die Straßen freizuräumen.

Auswirkungen auch in anderen Regionen Russlands

Die Schnee-Apokalypse beschränkt sich nicht nur auf Kamtschatka. Auch in Moskau wird von Rekordmengen an Niederschlag berichtet. Hier sperren Einsatzkräfte Gehsteige und räumen Dächer, um mögliche Schäden durch die massive Schneelast zu vermeiden. Für die kommende Woche erwarten Meteorologen in Moskau Temperaturen bis zu minus 20 Grad Celsius.

Die aktuellen Ereignisse in Russland sind Teil eines größeren Musters von Naturkatastrophen, die weltweit zunehmen. Wie auf Statista zu lesen ist, werden Naturkatastrophen durch Wetterphänomene oder geologische Aktivitäten, die durch den Klimawandel begünstigt werden, immer gravierender. Insbesondere Asien ist anfällig für derartige Extremereignisse, was die Notwendigkeit verstärkt, die Auswirkungen solcher Katastrophen besser zu verstehen und sich entsprechend vorzubereiten.

In Kamtschatka bleibt die Lage angespannt, während die Bevölkerung mit den extremen Wetterbedingungen kämpft und auf Hilfe angewiesen ist.