
Roman Signer, ein bedeutender europäischer Gegenwartskünstler, wird im Kunsthaus Zürich mit einer umfassenden Einzelausstellung gewürdigt. Diese trägt den Titel "Roman Signer. Landschaft" und ist vom 4. April bis 17. August 2025 zu sehen. Signer, der 86 Jahre alt ist und aus der Ostschweiz stammt, hat sich über fünf Jahrzehnte mit den Themen Zeit, Raum und Energie auseinandergesetzt und dabei alltägliche Gegenstände wie Eimer, Flaschen und Kajaks in seine Werke integriert. Seine Kunstwerke sind bekannt für ihre überraschenden und poetischen Aspekte, die oft die Ordnung der Welt in Frage stellen und neue Perspektiven auf deren Schönheit und Kraft bieten.
In einem Gespräch mit der Kuratorin des Kunsthauses, Mirjam Varadinis, äußerte Signer den Wunsch, ein künstlerisches Projekt mit einer Blechhütte umzusetzen, auf die ein Helikopter Steine hinunterwirft. Dieser Gedanke spiegelt seine Neigung wider, mit humorvollen und oft spielerischen Elementen zu arbeiten, die auch in seinen bekannten Werken wie wasserspeienden Gummistiefeln und einem explodierenden Chefsessel erkennbar sind.
Die Ausstellung im Kunsthaus Zürich
Die Ausstellung im Kunsthaus Zürich bietet eine "überraschende Gesamtinstallation" aus verschiedenen Schaffensperioden von Roman Signer. Der Ausstellungssaal ist offen und ohne Wände, mit einem glänzenden Boden, der die Besucher in die Atmosphäre der Kunst eintauchen lässt. Zu sehen sind unterschiedliche Objekte, darunter Kajaks, ein Planschbecken und eine Holzhütte. Signers Werke, viele davon als "Zeitskulpturen" klassifiziert, sollen die temporäre Natur künstlerischen Schaffens verdeutlichen. Die Dokumentation dieser Werke erfolgt oft durch Fotografie und Film.
Signer ist über seine Teilnahme an der Documenta 8 (1987) und der Biennale in Venedig (1999) international bekannt geworden. Seine künstlerische Ausbildung begann mit einer Bauzeichnerlehre, gefolgt von einem Studium der Bildhauerei in Zürich und Luzern. Bedeutende Einflüsse erhielt er während seines Studiums in Warschau, wo die Straße während seines Aufenthalts zu seiner „Akademie“ wurde und er seine Frau, die Künstlerin Aleksandra Rogowiec, kennenlernte. Seit 1972 lebt Signer in St. Gallen, wo er sein Schaffen fortsetzte.
Verbindung von Land Art und Konzeptkunst
Die Arbeiten von Roman Signer wecken auch Assoziationen zur Land Art, einer Kunstform, die die natürliche Umgebung als Medium nutzt und oft temporäre, ortsspezifische Werke schafft. Land Art und Konzeptkunst thematisieren den Dialog zwischen Mensch und Umwelt und fordern zur Reflexion über Kunstwahrnehmung auf. Während Land Art sich häufig in der Landschaft manifestiert, legt die Konzeptkunst den Schwerpunkt auf die Ideen hinter einem Kunstwerk und thematisiert gesellschaftliche Fragen. Signers Spiel mit zeitlichen und räumlichen Elementen verbindet diese beiden Kunstformen auf einzigartige Weise.
Beide Strömungen fördern interaktive Erlebnisse, die das Publikum aktiv einbeziehen. Reference: Land Art schafft beeindruckende Werke, die die Landschaft transformieren, während die Konzeptkunst eher auf konzeptionelle Fragestellungen achtet und somit den Zuschauer zur aktiven Teilnahme anregt. Die Ausstellung "Roman Signer. Landschaft" im Kunsthaus Zürich verkörpert diesen Dialog durch eine Vielzahl von Medien und interaktiven Elementen, die den Betrachter in den künstlerischen Prozess einbeziehen. Anlässlich der Ausstellung erscheint die Publikation "Roman Signer. Landschaft", die Abbildungen seines Werks und ein Gespräch mit der Kuratorin enthält.
Das Kunsthaus Zürich bietet somit nicht nur einen tiefen Einblick in Roman Signers vielschichtiges Werk, sondern lädt auch dazu ein, über die Rolle der Kunst in der heutigen Zeit nachzudenken.
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