Die Proteste im Iran haben in den letzten Wochen an Intensität zugenommen und erregen international Aufmerksamkeit. Am 17. Jänner 2026 äußerte sich der iranische Oberste Führer Ali Khamenei zu den Unruhen im Land und machte US-Präsident Donald Trump für die „anti-iranische Aufwiegelung“ verantwortlich. Khamenei warf Trump vor, schuld an den Opfern, Schäden und Verleumdungen gegen das iranische Volk zu sein, und kündigte ein hartes Vorgehen gegen die sogenannten „Aufrührer“ an. Die iranische Nation müsse diesen Kräften das Rückgrat brechen, so Khamenei weiter. Trotz aller Spannungen betonte er, dass der Iran nicht in einen Krieg geführt werden solle, jedoch würden einheimische und internationale Verbrecher nicht verschont bleiben.
Die Protestwelle, die seit dem 28. Dezember 2025 tobt, begann aufgrund der schlechten Wirtschaftslage und wird sowohl von Basar-Händlern als auch von anderen Schichten der Gesellschaft getragen. Berichten zufolge wurden bereits über 2.000 Menschen bei diesen Protesten getötet, wobei die Dunkelziffer deutlich höher sein könnte, wie Amnesty International berichtete. Die Demonstrierenden rufen gewaltsam gegen das Regime und fordern den Rücktritt Khameneis. Zunehmend werden Barrikaden errichtet und öffentliche Gebäude angegriffen, wie die staatliche Fernsehanstalt in Isfahan, deren Eingang in Flammen aufgegangen ist. Videos zeigen, wie eine Statue des gefallenen Generals Qassem Suleimani in Brand gesetzt wurde.
Protestaufrufe und internationale Reaktionen
Reza Pahlavi, der Sohn des gestürzten Schahs, hat die Iraner zu neuen Protesten am kommenden Wochenende aufgerufen, wobei er den Demonstrierenden Unterstützung zusichert. Er fordert die Menschen auf, am Samstag- und Sonntagabend um 20:00 Uhr auf die Straßen zu gehen. Pahlavi zeigt sich optimistisch in Bezug auf die Möglichkeit eines Sturzes der gegenwärtigen Führung und kündigte seine Rückkehr in den Iran an, während er auch Trump um Unterstützung für die Protestierenden bittet. Trump hatte während früherer Unruhen mit militärischem Eingreifen gedroht, hält sich jedoch derzeit zurück.
Die internationale Gemeinschaft reagiert alarmiert. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat empfohlen, den iranischen Luftraum wegen der erhöhten Alarmbereitschaft der iranischen Luftabwehr zu meiden. Auch deutsche Luftfahrtbehörden haben geraten, diesen Luftraum bis zum 10. Februar nicht zu befliegen. Die Situation hat zu einer teilweisen Einschränkung von Flügen in den Iran geführt.
Unterdrückung und Menschenrechtslage
Die brutalere Vorgehensweise des Regimes gegen die Protestierenden wird von zahlreichen Menschenrechtsorganisationen dokumentiert. Berichten zufolge sind Sicherheitskräfte gezielt gegen Demonstrierende vorgegangen, was zu einer hohen Zahl an Toten geführt hat. Amnesty International berichtet im Detail über die systematische Gewalt und die gezielten Tötungen, die in bisher unbekanntem Ausmaß stattfinden, um die Protestwelle zu unterdrücken. Die staatlichen Medien des Iran beschränken sich auf vage Berichte über die Vorfälle, während die tatsächlichen Zahlen erheblich zu variieren scheinen.
Zusätzlich erschwert das Regime die Kommunikation im Land, indem es Internet- und Telefonverbindungen abschaltet, was die Berichterstattung über die Ereignisse stark beeinflusst. In den sozialen Medien kursieren jedoch Videos und Berichte, die die fortdauernde Repression dokumentieren. Dutzende Menschen sollen bereits in den aktuellen Protesten getötet worden sein, aber die genaue Zahl bleibt unklar.