Eine neue Kampagne mit dem Titel #GoRed Austria hat das Ziel, das Bewusstsein für die Herzgesundheit von Frauen zu erhöhen. Laut Kleine Zeitung fokussiert sich die Initiative auf spezifische Symptome und Risiken von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die Frauen betreffen. Die Kampagne richtet sich an Frauen selbst, aber auch an medizinisches Personal und politische Entscheidungsträger.
Besonders alarmierend ist, dass viele Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermeidbar wären. Am 6. Februar wird ein Zeichen für die Gesundheit von Frauenherzen gesetzt. Dabei sind die Teilnehmer aufgefordert, rote Kleidungsstücke oder Accessoires zu tragen und in sozialen Medien Fotos zu posten. Die Hashtags #GoRedAustria und #frauenherzenschlagenanders sollen die Sichtbarkeit und das Engagement unterstützen.
Wichtige Symptome und Risiken
Die Symptome eines Herzinfarkts können bei Frauen atypisch sein. Zu den häufigsten Anzeichen zählen ungewöhnliche Müdigkeit, Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Druck im Rücken sowie Schwindel und kalter Schweiß. Diese Symptome werden häufig nicht als solche erkannt, was zu verzögerten Diagnosen führt, die sowohl individuelle als auch gesellschaftliche Auswirkungen haben können.
Studien zeigen, dass eine frühzeitige Prävention und gezielte Risikoerkennung die Krankheitslast und die damit verbundenen Kosten signifikant reduzieren können. Frauen zögern oft, bei Herzinfarkt-Symptomen den Notruf 112 zu wählen. Dies gilt insbesondere für jüngere Frauen, die oftmals berufliche Verpflichtungen oder die Betreuung von Kindern vor ihre Gesundheit stellen, wie in einer polnischen Studie belegt wird. Laut der „MEDEA“-Studie, gefördert von der Herzstiftung, zögern Frauen über 65 Jahre noch länger, bis sie den Rettungsdienst rufen, selbst wenn sie an atypischen Symptomen leiden. Dies fragt nicht nur nach den spezifischen Herausforderungen, denen Frauen gegenüberstehen, sondern beleuchtet auch, dass das Herzinfarktrisiko mit dem Alter steigt.
Risikofaktoren und gesundheitliche Folgen
Jüngere Frauen, insbesondere im Alter von 40 bis 50 Jahren, sind ebenfalls gefährdet, vor allem wenn sie familiär vorbelastet sind oder einen ungesunden Lebensstil führen. Zu den entscheidenden Risikofaktoren gehören Bewegungsmangel, Rauchen, Übergewicht sowie Dauerstress. Zudem tritt das sogenannte Broken-Heart-Syndrom, auch Stress-Kardiomyopathie genannt, häufiger bei Frauen auf. Dieses Syndrom entsteht nicht durch verstopfte Herzkranzgefäße, sondern wird durch emotional belastende Ereignisse verursacht und schränkt die Herzleistung erheblich ein, was die Dringlichkeit einer angemessenen Gesundheitsvorsorge unterstreicht.
Insgesamt ist es essenziell, das Bewusstsein für die spezifischen Risiken und Symptome von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen zu schärfen. Diese Initiative setzt einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung, um Frauen und medizinisches Personal gleichermaßen zu sensibilisieren und in Zukunft mehr Leben zu retten.