In der norditalienischen Alpenregion Valtellina hat sich am Samstag ein tragisches Unglück ereignet. Eine Lawine erfasste drei Skitourengeher, wobei eine Person ums Leben kam, während eine weitere sich selbst aus den Schneemassen befreien konnte. Ein dritter Skitourengeher wird hingegen weiterhin als vermisst gemeldet. Die Lawine löste sich gegen 12.00 Uhr in der Gemeinde Albosaggia, Provinz Sondrio. Dies berichtet der exxpress.
Gleichzeitig wurde in der Nähe von Bellamonte im Trentino eine zweite Lawine registriert, die eine Gruppe von Skitourengehern erfasste. Diese Lawine löste sich im Gebiet Forte Buso oberhalb des Paneveggio-Sees. Hier waren vier Personen betroffen, die in einer großangelegten Such- und Rettungsaktion lebend geborgen werden konnten. Allerdings befindet sich einer der Skitourengeher in lebensbedrohlichem Zustand im Krankenhaus Santa Chiara in Trient, während eine weitere Person schwer verletzt ist. Zwei weitere erlitten leichte Verletzungen, berichtet der Alpin.
Steigende Lawinengefahr im Winter
Der Jänner und Februar sind traditionell Monate mit erhöhtem Risiko für Lawinenunfälle in den Alpen. Jährlich sterben etwa 100 Menschen bei Lawinen-Unglücken in den europäischen Alpen. Die Bedingungen für Lawinenbildung sind dabei besonders stark von der Hangneigung abhängig; Lawinen können nur in Gelände mit einer Neigung von über 30 Grad abgehen, wie die Apotheken Umschau betont. In den ersten Schneefällen ist die Lawinengefahr bereits vorhanden, weshalb tagesaktuelle Lawinenberichte unerlässlich sind.
Eine Faustregel zur Einschätzung der Hangneigung lautet: Wer geradewegs nach oben geht, bewegt sich in weniger als 30 Grad steilem Gelände. Geht man hingegen mit Kehren oder schräg, befindet man sich in steilerem Gelände. Bei einer Lawine im Großarltal kamen kürzlich vier Skitourengeher ums Leben, was die Gefahren dieser Wintersportart einmal mehr verdeutlicht.
Prävention und Vorbereitung
Um sicher in den Bergen unterwegs zu sein, ist eine gründliche Planung und die Verwendung geeigneter Ausrüstung unerlässlich. Ein Lawinen-Notfall-Set, das ein Such- und Empfangsgerät, eine Sonde und eine Schaufel umfasst, ist für Skitourengeher ein Muss. Lawinen-Airbags können ebenfalls die Überlebenschancen erhöhen und kosten zwischen 400 und 1000 Euro. Dr. Stefan Winter, ein prominenter Berg- und Skiführer, warnt zudem vor einer verzerrten Darstellung der Risiken, die durch soziale Medien oft bewirken, dass Unbekannte abseits präparierter Pisten unterwegs sind, ohne sich der Gefahren wirklich bewusst zu sein.
Eine gute Vorbereitung und das Wissen um die Risiken sind entscheidend, insbesondere für unerfahrene Tourengeher. Experten raten Anfängern, Touren nicht zu unterschätzen und nicht allein zu reisen. Überlebenszeit in einer Lawine hängt stark von der Tiefe der Verschüttung und der Schnelligkeit der Bergung ab; 90 % der Verschütteten überleben, wenn sie in den ersten 10-15 Minuten geborgen werden.