BildungDeutschlandMedienSportStuttgartWissen

Digitale Schulrevolution: Lehrer fordern moderne Lernmethoden jetzt!

Im digitalen Zeitalter wird die Notwendigkeit, Schulen und Lehrmethoden zeitgemäß zu gestalten, immer offensichtlicher. Patrick Thalhammer, Lehrer und Digitalisierungsexperte, hat die unzureichende Unterstützung für Kinder und Jugendliche im Umgang mit digitalen Medien kritisiert. Zwar erhalten Schüler der 1. Klasse AHS oder Mittelschule Laptops oder iPads, jedoch mangelt es Lehrkräften oft an Wissen über den sinnvollen Einsatz dieser Geräte. In vielen Fällen sind die Unterrichtsmethoden veraltet, was nicht nur zu Desinteresse bei den Schülern führt, sondern auch Ablenkungen durch Online-Games begünstigt. Thalhammer betont, dass Lehrer Schwierigkeiten haben, den Zugriff auf bestimmte Webseiten während des Unterrichts zu steuern, was die Lernsituation weiter erschwert.

Ein entscheidender Punkt in der Diskussion ist, dass es kaum Fortbildungsangebote an Pädagogischen Hochschulen zu digitalen Themen gibt. Externe Schulungen werden häufig nicht finanziert. Gleichzeitig sind die Lehrkräfte durch Bürokratie und die Herausforderungen in ihren Klassen stark belastet, was die Integration digitaler Inhalte zusätzlich erschwert. Thalhammer fordert eine stärkere Einbindung von Kunst, Kultur, Musik und Sport in den Unterricht und spricht sich für die Notwendigkeit aus, den Zugang zu digitalen Geräten für Kinder zu reglementieren.

Eltern und ihre Verantwortung

Ein besorgniserregender Aspekt, den Thalhammer hervorhebt, ist der ungeregelte Zugang von Kindern zu digitalen Geräten. Dies wird als „fahrlässig“ bezeichnet. Eltern sollten von Anfang an klare Regeln für die Nutzung von Mobiltelefonen und Tablets festlegen, um Probleme wie Sucht und Ablenkung zu vermeiden. Zu den Empfehlungen gehören technische Barrieren wie Zeitbeschränkungen und App-Sperren für Kinder. Auch die Eltern selbst müssen sich weiterbilden, um einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu fördern. Aktuell gibt es kostenlose Fortbildungen im Rahmen der „Digitalen Bildungswochen“. Dennoch sieht Thalhammer das ab 1. Mai geltende Handyverbot für Schüler bis zur 8. Schulstufe als unzureichend an.

Kurze Werbeeinblendung

Parallel dazu ist der Einfluss künstlicher Intelligenz (KI) auf das Bildungswesen in Deutschland von zunehmender Bedeutung. Die Diskussion über die Rolle von KI wird von Experten als revolutionär bezeichnet. Lehrkräfte wie Florian Nuxoll heben hervor, dass KI die Möglichkeit bietet, Lernprozesse zu optimieren. Mehr als die Hälfte der Lehrkräfte hat laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom bereits KI-Anwendungen genutzt. Die Kultusministerkonferenz (KMK) empfiehlt einen „konstruktiv-kritischen“ Umgang mit KI in Schulen.

Chancen und Herausforderungen der KI

Es gibt zwei Hauptgruppen von KI-Anwendungen im Bildungsbereich: generative KI-Systeme wie ChatGPT und intelligente Tutoren-Systeme (ITS). Während generative KI qualitativ hochwertige Antworten auf komplexe Fragen liefert, bieten ITS personalisierte Nachhilfe und adaptive Lernpfade an. KI kann ebenfalls in der Schülerbewertung und Bildungsverwaltung eingesetzt werden, um Prozesse zu optimieren. Dabei betonen Lehrkräfte, dass KI nicht als Ersatz, sondern als wertvolle Unterstützung im Unterricht dienen sollte.

Um den Einsatz von KI effektiv zu gestalten, erfordert es jedoch Qualitätssicherung und Zertifizierungsstellen für KI-Anwendungen im Bildungsbereich. Auch ethische Fragen und Medienkompetenz sind zentrale Themen in diesem Zusammenhang. Dabei wird von Experten darauf hingewiesen, dass der Zugang zu KI-Technologie nicht von den finanziellen Mitteln der Eltern abhängen sollte, um Bildungsungleichheiten zu vermeiden. Die KMK plant, die Ausbildung und Fortbildung von Lehrkräften systematisch auf den Umgang mit KI auszurichten, einschließlich der Bereitstellung datenschutzkonformer, für pädagogische Zwecke trainierter Sprachmodelle für Schulen.

Die didacta 2025, eine wichtige Bildungsmesse, findet vom 11. bis 15. Februar 2025 in Stuttgart statt und wird sicherlich ein weiteres Forum für die Diskussion über die Integration von digitalen Medien in das Bildungssystem sein.

Diese Entwicklungen zeigen, dass sowohl die Herausforderungen als auch die Chancen für die Bildung im digitalen Zeitalter zu einer tiefgreifenden Neubewertung der Lehrmethoden und der Nutzung von KI führen müssen. Offensichtlich ist der Handlungsbedarf auf allen Ebenen, sowohl bei den Lehrern als auch bei den Eltern und Bildungspolitikern, groß.

Vienna.at berichtet über die Herausforderungen in der digitalen Schule, während die bpb die Bedeutung von Medienkompetenz und die kulturellen Unterschiede im Umgang mit KI thematisiert. Weiterführende Einblicke zur Rolle von KI im Bildungsbereich liefert bildungsklick.de.

Ort des Geschehens


Details zur Meldung
Was ist passiert?
Bildungspolitik
Genauer Ort bekannt?
Vienna, Österreich
Beste Referenz
vienna.at
Weitere Quellen
bpb.de

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"