
Wissenschaftler an der Technischen Universität Graz und dem Vellore Institute of Technology haben eine bahnbrechende Methode zur Herstellung künstlicher Haut entwickelt. Diese Haut entsteht aus lebenden Zellen und wird mithilfe eines 3D-Druckers hergestellt. Das Hauptziel dieser Innovation besteht darin, ein lebensechtes Modell zu schaffen, das die Struktur und Funktion echter menschlicher Haut exakt nachbildet. Dies könnte langfristig bedeutende Auswirkungen auf die Forschung und die Entwicklung kosmetischer Produkte haben, da die künstliche Haut dazu verwendet werden kann, Produkte wie Hautcremes und Sonnenschutzmittel zu testen, ohne dabei auf Tierversuche zurückzugreifen. exxpress.at berichtet, dass die drei Schichten der Gewebestruktur und die natürliche Biomechanik der künstlichen Haut realitätsnahe Tests ermöglichen.
Die Tests haben gezeigt, dass die lebenden Hautzellen in diesem 3D-Modell sowohl robust als auch wachstumsfähig sind. Wissenschaftler weltweit suchen nach ethisch vertretbaren Alternativen zu Tierversuchen, da die bisherigen Tiermodelle oft nur eine begrenzte Übertragbarkeit auf den Menschen aufweisen können. Die 3D-gedruckte Haut aus Graz könnte eine Vorreiterrolle in der kosmetischen und medizinischen Forschung einnehmen und den Paradigmenwechsel in der Produktentwicklung vorantreiben.
Fortschritte in den USA
Ein ähnliches Projekt wird an der University of Oregon in Zusammenarbeit mit der französischen Hautpflegemarke L’Oréal verfolgt. Hier wurde eine Methode entwickelt, die es ermöglicht, realistische menschliche Hautäquivalente in nur 18 Tagen herzustellen. Die Forscher nutzen einen 3D-Drucker zur Erstellung von mehrschichtigen, hautähnlichen Zellkolonien. Ievgenii Liashenko, Forschungsingenieur an der University of Oregon, zufolge handelt es sich hierbei um den ersten bekannten Fall, in dem qualitativ hochwertiges Hautgewebe in voller Dicke, mithilfe verschiedener Zelltypen, reproduziert wird. oregonlive.com berichtet zudem, dass L’Oréal diese künstliche Haut bereits zur Testung von Kosmetika und Hautpflegeprodukten verwendet. Die Forscher erwägen darüber hinaus, die künstliche Haut für die Behandlung diabetischer Fußgeschwüre und die Entwicklung von Hauttransplantaten für Brandopfer zu nutzen.
Reduzierung von Tierversuchen in der Wissenschaft
Ein weiteres bemerkenswertes Projekt zur Reduzierung von Tierversuchen kommt von der Universität Leipzig. Hier wurde ein innovatives 3D-Zellkultursystem entwickelt, das Tierversuche in der Medizin erheblich verringern könnte. Unter der Leitung von Dr. Peggy Stock wird das Projekt „Konzeption einer 3D-Silikonstruktur für die Kultur von Säugetierzellen“ vorangetrieben. Die 3D-Silikon-Plott-Technologie bildet ein Gitter mit organähnlicher Struktur. Das verwendete Silikon ahmt die Elastizität menschlicher Organe nach, was die Relevanz der Tests steigert. In klinischen Versuchen zeigt sich, dass die menschlichen Stammzellen in diesem System besser funktionieren als in herkömmlichen zweidimensionalen Kulturen. forschung-und-wissen.de hebt hervor, dass diese Technologie bis 2025 in Serie gehen soll und die Vorhersagen über medizinische Neuentwicklungen verbessern könnte.
Die Fortschritte in der 3D-Drucktechnologie und den Zellkultursystemen zeigen, dass die Forschung in Richtung ethisch verantwortungsbewusster Alternativen zu Tierversuchen geht. Dies könnte nicht nur die Effizienz in der Produktentwicklung erhöhen, sondern auch dazu beitragen, das Wohl der Tiere zu verbessern und die Ergebnisse in der medizinischen Forschung zu optimieren.
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