Protest in Venedig: La Fenice kämpft gegen umstrittene Musikdirektorin!
Protest in Venedig gegen die umstrittene Ernennung von Beatrice Venezi als Musikdirektorin der La Fenice am 9.11.2025.

Protest in Venedig: La Fenice kämpft gegen umstrittene Musikdirektorin!
Die Ernennung von Beatrice Venezi zur Musikdirektorin des Teatro La Fenice in Venedig hat in den vergangenen Wochen für erhebliche Kontroversen gesorgt. Ihre Berufung wurde ohne vorherige Konsultation des Personals angekündigt und stieß auf breite Ablehnung. Am Montag ist für die Belegschaft des Opernhauses eine Demonstration geplant, die um 15 Uhr am Bahnhof Venezia Santa Lucia beginnt und auf dem Campo San Fantin endet. Das Motto des Protestzugs lautet: „Ein Schritt nach dem anderen – unsere Stimme“, wie vienna.at berichtet.
Weit über 300 Beschäftigte des renommierten Hauses haben sich gegen die Entscheidung ausgesprochen. Gewerkschaften und Betriebsräte fordern einen „echten Dialog“ zwischen dem Intendanten Nicola Colabianchi und den Angestellten. Der Protest zieht zudem zahlreiche Unterstützer von anderen bedeutenden Kulturinstitutionen an, darunter die Mailänder Scala und das Teatro Comunale in Bologna.
Politische Dimension und Kontroversen
Die Situation um Venezi ist nicht nur eine Frage des künstlerischen Geschmacks. Politische Motive spielen eine bedeutende Rolle. Venezi, die auch als musikalische Beraterin der italienischen Premierministerin Giorgia Meloni tätig war, ruft Bedenken hervor. Kritiker bemängeln nicht nur ihre mangelnde Erfahrung – sie hat keine großen Opernorchester geleitet – sondern weisen auch auf ihre politischen Verbindungen hin. Ihr Vater war ein ehemaliges Mitglied der neofaschistischen Partei Forza Nuova. Diese Aspekte lassen Zweifel an der Integrität des Auswahlprozesses aufkommen, da die Mitarbeiter von der Presse über Venezis Ernennung erfahren haben.
Der Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro, äußerte seine Unterstützung für Venezi und kritisierte den Widerstand gegen diese Ernennung als „Kreuzzug“. Dennoch haben die Proteste zugenommen: Am Freitag gab es bereits einen Streik am Teatro La Fenice, der zur Absage des Abschlusskonzerts der Saison führte. Ein Online-Bonuspruch gegen Venezi sammelte mehr als 15.000 Unterschriften und erfährt Unterstützung von vielen in der Kulturbranche.
Ein Blick in die Zukunft
Beatrice Venezi wird voraussichtlich ab Oktober 2026 für eine vierjährige Amtszeit tätig sein und könnte die erste weibliche Musikdirektorin in der Geschichte des Teatro La Fenice werden. Ihre Entscheidung steht jedoch im Kontext einer breiteren Diskussion über die Beziehung zwischen Politik und Kultur in Italien. Viele glauben, dass solche Ernennungen politische Hintergründe haben, die tiefer reichen als nur kreative Überlegungen.
Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird und ob die Forderungen nach einem „echten Dialog“ Gehör finden werden. Die breiteren gesellschaftlichen Spannungen, die durch diese Ernennung sichtbar werden, sind sowohl für die Kunstszene als auch für die politische Landschaft Italiens von Bedeutung.