Am 13. Oktober 2025 wurde die neue Hubertuskapelle in Mallnitz feierlich eingeweiht. Hegeringleiter Robert Saupper begrüßte die zahlreichen Gäste und sprach einen besonderen Dank an die ehrenamtlichen Helfer*innen sowie die Sponsoren des Projekts aus. Die ehrenvollen Projektverantwortlichen Erich Thaler, Heimo Miessler und Reini Tober wurden ebenfalls hervorgehoben. Der feierliche Gottesdienst wurde von Vikar Arthur Kaweesa geleitet, der die Segnung der Kapelle und der umliegenden Strecke vornahm.

Die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes übernahmen die Jagdhornbläser aus Großkirchheim, wodurch die Zeremonie einen festlichen Charakter erhielt. In seiner Ansprache betonte der Talschaftsreferent Arnold Knötig die aktuellen Veränderungen in der Jagdpraxis und die zentrale Bedeutung von hochwertigem Wildbret. Rückblickend auf die Initiative der Mallnitzer Jägerschaft lobte Bezirksjägermeister Christian Angerer deren vorbildliches Engagement.

Eine Tradition im Wandel

Die Jagd als Kulturgut hat eine tiefe gesellschaftliche Verwurzelung und spielt eine bedeutende Rolle in der Traditionspflege und im Naturschutz. Historisch betrachtet war die Jagd überlebenswichtig, doch heute ist sie auch eng mit modernen ethischen Standards verbunden. Die Jagd in Mitteleuropa wird zunehmend als Teil einer umsichtigen Umgangsweise mit natürlichen Ressourcen betrachtet. Jäger regulieren Wildbestände, um Schäden an Wäldern und Feldern zu vermeiden und tragen so zur Erhaltung der Biodiversität bei. In vielen Fällen ist hochwertiges Wildbret das wertgeschätzte Nebenprodukt dieser Tätigkeit, das in regionalen Fleischereien verarbeitet und verkauft wird, wie Fleisch-ist-Kultur.de erläutert.

Jagd ist nicht nur eine praktische Tätigkeit, sondern auch Ausdruck von Verantwortung, Gemeinschaft und kultureller Identität. Bräuche wie das Jagdhornblasen sowie die Übergabe von Bruchzeichen sind zentrale Aspekte dieser Tradition. Viele Jäger bilden Jagdgenossenschaften, was den Austausch von Wissen und Verantwortung fördert. Der Spagat zwischen Tradition und Moderne wird durch die veränderten Anforderungen des Naturschutzes und die zunehmende Bedeutung von wissenschaftlichen Erkenntnissen verschärft.

Jagd und Naturschutz

Die Jagd hat in den letzten Jahrhunderten wesentlich zur Regulierung von Wildtierpopulationen beigetragen. Menschliche Eingriffe in die Natur haben oft zu einem Rückgang natürlicher Raubtierpopulationen geführt, was in vielen Fällen Überpopulationen von Wildtieren verursacht hat. Diese Überbestände können das Ökosystem destabilisieren und insbesondere gefährdete Vegetation schädigen, wie Krautjunker.com aufzeigt. Der utilitaristische Ansatz zur Jagd wird kritisch hinterfragt, da die moralische Verwertbarkeit des Tötens von Tieren im Kontext des Naturschutzes immer wieder Debatten anstößt.

Die heutige Jagdpraxis balanciert zwischen traditionellen Werten und modernen ethischen Anforderungen. Sowohl gesellschaftliche Entwicklungen als auch ökologische Fragestellungen müssen bei der Jagd berücksichtigt werden. Die Verantwortung gegenüber den Tieren und der Natur erfordert einen reflektierten Umgang und ein langfristiges Denken, das auf den Erhalt von Ökosystemen abzielt.

Im Rahmen der Feier zur Einweihung der Hubertuskapelle in Mallnitz wurde nicht nur der Brauchtum gefeiert, sondern auch die Verantwortung der Jägerschaft betont, die die Kultur der Jagd in einem verantwortlichen und nachhaltigen Licht reflektiert. Bei strahlendem Herbstwetter fand im Anschluss eine Agape mit der Trachtenkapelle Mallnitz statt, während das Team von HOCHoBen den Gästen Wildspezialitäten und Getränke anbot.