Die Eisschnellläuferin Vanessa Herzog hat kürzlich einen bedeutenden Testlauf in der Olympia-Halle von Mailand erfolgreich absolviert. Der Test fand am Samstag, nur eineinhalb Wochen vor dem geplanten 1.000-m-Bewerb statt und dauerte 45 Minuten. Laut ihrem Ehemann und Trainer Thomas Herzog verlief der Test „durchgehend positiv mit geringen Schmerzen“. Vanessa Herzog musste in den letzten drei Wochen aufgrund einer Bandscheibenvorwölbung und einer beidseitigen Entzündung des Iliosakralgelenks auf Training verzichten. Nach ihrem Testlauf äußerte sie Erleichterung und Freude über die Möglichkeit, ihr Bestes zu geben und plant, die Trainingsintensität in den kommenden Tagen vorsichtig zu steigern. Laola1 berichtet, dass Herzog in einem kritischen Moment zu ihrer Form zurückfindet.

Die Herausforderungen im Eisschnelllauf sind enorm. Die Athleten müssen Geschwindigkeiten von über 50 km/h erreichen und Wettkämpfe über Strecken von bis zu 10 km absolvieren. Die Anforderungen an Ausdauer, Explosivität, Beweglichkeit und Koordination sind dabei hoch. Obwohl Eisschnelllauf in der allgemeinen Wahrnehmung als sicher gilt, sind die Verletzungsraten während Trainingsphasen und der Wettkampfvorbereitung signifikant. Die Zeitschrift für Sportmedizin hebt hervor, dass 30,5 % der Eisschnellläufer wöchentlich von Gesundheitsproblemen berichteten und fast jeder vierte Sportler tatsächlich verletzt war.

Verletzungen im Eisschnelllauf

Eine Untersuchung aus der Saison 2019/2020 unter 84 erfahrenen Eisschnellläufern der holländischen Nachwuchsteams hat gezeigt, dass lumbosakrale Verletzungen mit 34,5 % die höchste Prävalenz aufwiesen. Zudem führten Stürze, die oft zu akuten Verletzungen von Kopf und Schulter führen, zu den längsten Trainingsausfällen von bis zu zwei Monaten. Die Studie hebt die Notwendigkeit von Präventionsmaßnahmen speziell für Kopf-, Schulter- und Rumpfverletzungen hervor, um die langfristige Leistungsfähigkeit der Athleten zu sichern.

Die Bedeutung der Verletzungsprävention im Sport hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Das Wissen über Präventionsstrategien zeigt, dass unzureichende muskuläre Stärke, falsche Technik und Überbeanspruchung häufige Ursachen für Verletzungen sind. Um Risiken zu minimieren, sind effektive Ansätze wie Warm-up-Programme, die richtige Technik und Schutzausrüstung wichtig. Studien belegen, dass ein gutes Warm-up die Körpertemperatur erhöht und somit das Verletzungsrisiko signifikant reduziert.

Die Rolle von Trainern und Coaches ist dabei entscheidend, da sie Athleten helfen können, durch Techniktraining und angemessenes Training Überbeanspruchungsverletzungen zu vermeiden. Neben physischen Aspekten spielen auch Ernährung und ausreichende Flüssigkeitsaufnahme eine wesentliche Rolle in der Verletzungsprävention.

Insgesamt wird klar, dass trotz der rasanten und spannenden Natur des Eisschnelllaufs die körperliche Gesundheit der Athleten stets im Vordergrund steht. Vanessa Herzog und ihre Kollegen müssen daher nicht nur im Wettkampf, sondern auch im Training die Herausforderungen meistern, um ihre Karriere erfolgreich fortzusetzen und Verletzungen zu vermeiden.