Chinas Fußballverband hat bedeutende Maßnahmen im Kampf gegen Spielmanipulation und Glücksspiel angekündigt. In einem bemerkenswerten Schritt wurden der ehemalige Nationaltrainer Li Tie und der frühere Verbandspräsident Chen Xuyuan lebenslänglich von allen Aktivitäten im Fußball ausgeschlossen. Diese Entscheidungen markieren einen drastischen Umgang mit unzulässigen Transaktionen innerhalb des chinesischen Fußballs, da insgesamt 73 Personen ausgeschlossen wurden, um klare Zeichen gegen die weit verbreitete Korruption zu setzen. Dies berichtet Laola1.
Zusätzlich erhielten 13 Profivereine, darunter renommierte Clubs wie Beijing Guoan, Tianjin Jinmen Tiger und Shanghai Shenhua, Punktabzüge sowie Geldstrafen für die Saison 2026. Der genaue Grund für diese Maßnahmen wurde nicht näher erläutert; der Verband sprach lediglich von „unzulässigen Transaktionen“. Der Beschluss folgte einem behördlichen Treffen, das sich der Bekämpfung von Manipulation und Glücksspiel widmete, in einem Versuch, das Vertrauen in den sportlichen Wettbewerb zurückzugewinnen.
Ein Blick auf die Hintergründe
Der Fall Li Tie steht nicht isoliert: Spielmanipulation im Fußball ist ein weltweit wachsendes Problem. Laut einer ARD-Dokumentation, die sich mit diesem Thema befasst und im Jahr 2024 ausgestrahlt werden soll, wird der geschätzte Umsatz des illegalen Wettmarktes auf 1,7 Billionen Euro beziffert, wobei ein großer Teil davon aus Asien stammt. Die Dokumentation befasst sich unter anderem mit dem ehemaligen Wettbetrüger Dominique Taboga, der über seine eigenen Erfahrungen und die verheerenden Folgen seiner Handlungen berichtet. Während seiner Karriere als Fußballprofi manipulierte er über acht Jahre lang Spiele, bis er von seiner Ex-Frau zur Umkehr bewegt wurde. Mehr Informationen dazu findet man auf Sportschau.
Die Problematik des Wettbetrugs zieht sich durch sämtliche Ligen. Fernab des chinesischen Fußballs gibt es in Europa erhebliche Bedenken über den Einfluss asiatischer Wettanbieter. Bundesliga-Klubs wie Bayer Leverkusen, Borussia Dortmund und Werder Bremen haben Partnerschaften mit umstrittenen Wettanbietern, was die Fragen zu Transparenz und Integrität aufwirft. Insbesondere ist der Fall von Bayer Leverkusen zu erwähnen, deren Partner, ursprünglich Yabo, infolge der schärferen Maßnahmen gegen illegale Wettpraktiken in China umbenannt wurde.
Globale Dimensionen von Spielmanipulation
Die internationale Gemeinschaft hat reagiert: Interpol meldete über 5.000 Festnahmen während der Fußball-Europameisterschaft 2024 in 28 verschiedenen Ländern. Diese Zahlen belegen das globale Ausmaß des Problems. In Deutschland selbst glauben Experten, dass auch heute noch Betrug im Fußball vorkommt. Polizeibeamte wie Michael Bahrs, Teil der entsprechenden Ermittlungsbehörden, mahnen zur Wachsamkeit in Bezug auf mögliche Manipulationen.
Der Vorfall rund um Li Tie und die umfassenden Maßnahmen des chinesischen Fußballverbands verdeutlichen, dass die Bekämpfung von Spielmanipulation und Glücksspiel ein drängendes Thema im internationalen Fußball ist. Die Vielzahl der Maßnahmen soll nicht nur die Integrität des Sports schützen, sondern auch das Vertrauen der Fans zurückgewinnen.