Am 8. Februar 2026 äußert der Virologe Gernot Walder deutliche Zweifel an der Lernfähigkeit des Gesundheitssystems. In einem Gespräch betont er, dass die Maßnahmen zur Vorbereitung auf zukünftige Pandemien seit 2020 nicht verbessert wurden. Trotz der Herausforderungen, die durch die COVID-19-Pandemie ans Licht kamen, sind viele Abläufe in Arztpraxen und Krankenhäusern nicht standardisiert oder eingeübt. Dies führt zu improvisierten Lösungen, die in kritischen Situationen unzureichend sein können. [Dolomitenstadt] berichtet, dass Walder die Gefahr für medizinische Fachkräfte und die Bedeutung der Grippesaison im Kontext der Pandemiebekämpfung hervorhebt.
Walder sieht die wissenschaftliche Aufarbeitung der Corona-Pandemie als eine „Erfolgsgeschichte“, warnt jedoch, dass ein auf Effizienz getrimmtes Gesundheitssystem dazu tendiert, überfordert zu sein. In seiner Analyse äußert er, dass es unmöglich sei, ein robustes und gleichzeitig kostengünstiges System zu etablieren. Stattdessen schlägt er lokale Strukturen vor, die im Notfall autark funktionieren können, um die Reaktionsfähigkeit auf zukünftige Gesundheitskrisen zu erhöhen.
Die Herausforderungen der Pandemie
Ein Rückblick auf das deutsche Gesundheitssystem während der Corona-Pandemie macht deutlich, dass einige der Schwächen gravierender sind als ursprünglich angenommen. Laut der Bundeszentrale für politische Bildung wurde Deutschland in der ersten Phase der Pandemie, bis zum Frühsommer 2020, international als relativ erfolgreich bewertet. Dennoch gab es ab Ende 2020 einen Rückgang der Impfquote, der zu höheren Infektions- und Sterberaten führte. Trotz einer hohen Anzahl an Krankenhausbetten auf 1.000 Einwohner war das System insgesamt nicht gut auf die Pandemiesituation vorbereitet, insbesondere im Öffentlichen Gesundheitsdienst, der oft überfordert war und Schwierigkeiten bei der Kontaktverfolgung hatte. [bpb] beschreibt auch den Mangel an Schutzausrüstungen und unzureichende Notfallpläne als bedeutende Probleme.
Die Reaktion auf die Pandemie war gekennzeichnet durch einen „Flickenteppich“ an Regelungen, da Bund und Länder unterschiedliche Kompetenzen hatten. Dies führte zu einer unkoordinierten Antwort, während der Öffentliche Gesundheitsdienst eine Schlüsselrolle in der Eindämmung der Pandemie spielte, aber oft personell und technisch überlastet war. Um die Situation zu verbessern, wurde ein Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst mit 4 Milliarden Euro beschlossen, der darauf abzielt, die Zentrale der Gesundheitsämter zu stärken und die Ressourcen zu sichern.
Nationale Pandemieplanung
Die Nationale Pandemieplanung hat das Ziel, auf zukünftige Epidemien durch neuartige Krankheitserreger vorbereitet zu sein. Pandemien sind, wie das Robert Koch-Institut erläutert, zeitlich und örtlich unbegrenzte Epidemien, die hohe Erkrankungszahlen und schwere Krankheitsverläufe zur Folge haben können, was eine Überlastung des Gesundheits- und Versorgungssystems nach sich zieht. Die derzeitige Planung konzentriert sich verstärkt auf Atemwegserkrankungen und deren Erreger mit pandemischem Potenzial. Der Nationale Pandemieplan wird unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus der COVID-19-Pandemie neu konzipiert, um die Reaktionsfähigkeit bei künftigen Gesundheitskrisen zu verbessern. [RKI] hebt hervor, dass die Koordination dieser Maßnahmen vom Bundesministerium für Gesundheit in Zusammenarbeit mit den Bundesländern erfolgt.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass trotz der Rückschläge und Herausforderungen, die das Gesundheitssystem während der Pandemie erlebt hat, die Notwendigkeit besteht, aus den gemachten Erfahrungen zu lernen und die Strukturen für zukünftige Krisen nachhaltig zu verbessern. Die Vorsorge und Reaktionsfähigkeit in der Gesundheitsversorgung bleiben entscheidende Faktoren im Kampf gegen pandemische Herausforderungen.