Am Kepler Universitätsklinikum (KUK) in Linz kam es zu einem gravierenden Fehlereignis, als einer Patientin fälschlicherweise die gesunde Gebärmutter entfernt wurde. Dies geschah aufgrund einer verunreinigten Gewebeprobe, die fälschlicherweise auf das Vorliegen von aggressivem Krebs hindeutete. Nach der Operation stellte sich heraus, dass die Gebärmutter vollkommen gesund war und nur die Probe kontaminiert war. Das Krankenhaus reagierte umgehend und gab ein externes Gutachten in Auftrag, um den Vorfall objektiv zu bewerten und den zugrunde liegenden Prozess zu analysieren.

In den kommenden Tagen wird das KUK mit dem Anwalt der betroffenen Patientin in Kontakt treten, um die Situation zu klären. Zudem wird der Patientin ein Gespräch sowie psychologische Unterstützung angeboten. Das Krankenhaus zeigt sich offen für die Empfehlungen der Patientenanwaltschaft und möchte durch diese Maßnahmen Transparenz schaffen.

Qualitätssicherung im Gesundheitswesen

Das KUK betont, dass es kein medizinisches oder rechtliches Fehlverhalten sieht. In der medizinischen Diagnostik ist jedoch die Qualitätssicherung von entscheidender Bedeutung. Die Akkreditierung von medizinischen Laboren erfolgt gemäß der Norm DIN EN ISO 15189, die Anforderungen an die Qualität und Kompetenz stellt. Diese Norm ist entscheidend für die Sicherstellung, dass medizinische Tests zuverlässig sind und die richtige Diagnose ermöglichen. Besondere Verzerrungen könnten durch präanalytische Faktoren entstehen, die außerhalb des Einflussbereichs des Labors liegen, wie etwa Probenentnahmen oder der Transport von Proben, was zu Verwechslungen führen kann.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzt die Branche zunehmend auf moderne Technologien. Cloudbasierte Lösungen ermöglichen eine lückenlose Überwachung der Probenqualität, vom Zeitpunkt der Entnahme bis zu ihrem Eintreffen im Labor. Solche Systeme sind entscheidend, um die Qualität medizinischer Proben zu optimieren und weitere Zwischenfälle zu vermeiden. Die Integration solcher Lösungen in bestehende Laborprozesse trägt erheblich zur Qualitätssicherung bei und minimiert die Risiken.

Rolle von IQTIG

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Qualitätssicherung im Gesundheitswesen wird durch das Institut für Qualitätssicherung im Gesundheitswesen (IQTIG) abgedeckt. Seit seiner Gründung im Jahr 2015 hat sich IQTIG der Messung und Verbesserung der medizinischen Versorgungsqualität verschrieben und berät den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) sowie das Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Die Entwicklungen und Empfehlungen des Instituts sind entscheidend für die Qualität der medizinischen Versorgung und die Einführung standardisierter Verfahren.

Der Vorfall am KUK wirft unerwartet wichtige Fragen über die Probenverarbeitung und die Sicherheit der Diagnostik auf. Der Einsatz unabhängiger Einrichtungen wie IQTIG könnte hier eine wertvolle Rolle für die Zukunft spielen. Es bleibt zu hoffen, dass aus diesem bedauerlichen Vorfall Lehren gezogen werden, um ähnliche Fehler in Zukunft zu vermeiden.