Am 2. Februar 2026 ereignete sich in Kottingbrunn, Niederösterreich, ein erschütternder Vorfall, als der 66-jährige Apotheker Walter N. auf seine gleichaltrige Ehefrau Astrid einstach. [Krone] berichtet, dass der Vorfall von Walter N. per E-Mail angekündigt wurde. Er fühlte sich als Opfer eines Justizirrtums, was ihn in einen tiefen emotionalen Abgrund stürzte. Kurz vor der Tat stand Walter N. in der Aussicht auf einen Haftantritt aufgrund einer Verurteilung wegen betrügerischer Krida.

Die Polizei erhielt einen Notruf und brach die Tür der Wohnung des Paares auf, da auf wiederholte Aufforderungen niemand reagierte. Beide, Walter N. und Astrid, wurden mit lebensbedrohlichen Verletzungen aufgefunden. Walter N. hatte sich ebenfalls schwer verletzt, und beide wurden in einen Schockraum gebracht, wo sie in akuter Lebensgefahr schwebten. E-Mails von Walter N. enthielten Anzeichen einer tiefen Verzweiflung und Hinweise auf „Justizwillkür“ und Hoffnungslosigkeit. Die Notrufe wurden abgesetzt, nachdem das Neustart-Team die besorgniserregenden Nachrichten gelesen hatte.

Suizidalität als gesellschaftliches Problem

Die Ereignisse in Kottingbrunn werfen ein Schlaglicht auf das ernste Thema der Suizidalität. Laut dem [RKI] umfasst Suizidalität Gedanken an Selbsttötung, riskante Verhaltensweisen, Suizidversuche sowie vollendete Suizide. Insbesondere Menschen in Krisensituationen, etwa durch unheilbare Krankheiten, Gewalterfahrungen oder Umweltkatastrophen, sind stark gefährdet. Suizidraten sind bei Menschen mit schweren psychischen Störungen wie Schizophrenie oder schweren Depressionen besonders hoch.

Der stärkste Risikofaktor für einen Suizid ist ein vorangegangener Suizidversuch. Die [RKI] weist darauf hin, dass präventive Maßnahmen zur Suizidverhinderung entscheidend sind. Zu diesen gehören eine verantwortungsvolle Medienberichterstattung, die Kontrolle des Zugangs zu Suizidmitteln sowie schnelle und nachhaltige Unterstützung in existenziellen Krisen.

Initiativen zur Suizidprävention

Um dem gesellschaftlichen Problematik von Suizidalität entgegenzuwirken, wurde 2001 das Nationale Suizidpräventionsprogramm für Deutschland (NaSPro) ins Leben gerufen. [Suizidprävention] beschreibt NaSPro als ein bundesweites Fachnetzwerk mit dem Ziel, den Austausch und die Wissensvermittlung zu Themen rund um Suizid und Suizidprävention zu fördern. Das Programm wird von mehr als 90 Institutionen und Organisationen unterstützt und sieht sich als Teil einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung.

Der Ansatz basiert auf wissenschaftlicher Grundlage und vereint Wissen und Erfahrungen von Experten im Bereich der psychischen Gesundheit. Nur durch eine enge Zusammenarbeit aller Akteure können nachhaltige und erfolgreiche Präventionsmaßnahmen ergriffen werden.

Die Tragödie in Kottingbrunn verdeutlicht, wie wichtig es ist, gesellschaftliche Unterstützung und Gesprächsangebote für Menschen in Krisensituationen bereitzustellen. Um weiteren ähnlichen Vorfällen entgegenzuwirken, ist es unerlässlich, das Bewusstsein für psychische Gesundheit zu schärfen und präventive Maßnahmen zu stärken.