Am 15. Februar wird der Tag des Regenwurms gefeiert, eine Gelegenheit, die oft übersehenen, aber bedeutenden Rolle dieser Bodenbewohner zu würdigen. Regenwürmer sind nicht nur wichtig für die Bodenbelüftung und -düngung, sondern auch Nahrungsquelle für viele heimische Arten. Sie lockern verdichtete Erde, schaffen weit verzweigte Röhrensysteme und machen den Boden fruchtbarer.
Die Gänge der Regenwürmer können in einem Kubikmeter Boden bis zu 1.100 Meter lang werden, was die Durchlüftung und Wasseraufnahme erheblich verbessert. Außerdem ernähren sich Regenwürmer von abgestorbenem Pflanzenmaterial und scheiden Wurmhumus aus, der die Bodenfruchtbarkeit steigert. Durch ihre Ernährung tragen sie zudem zur Dezimierung von Krankheitserregern bei. Böden mit aktiven Regenwurmpopulationen sind gesünder und widerstandsfähiger gegen Trockenheit, Erosion und Nährstoffverluste, wie Dolomitenstadt berichtet.
Die Gefahr von Mikroplastik
Ein bedeutendes Problem für die Bodengesundheit ist die Kontamination durch Mikroplastik, das nicht nur Gewässer, sondern auch Böden belastet. Jährlich gelangen in Deutschland über 13.000 Tonnen Kunststoffe in landwirtschaftlich genutzte Böden. Die Hauptquellen dafür sind Düngemittel wie Klärschlamm und Kompost, sowie die Nutzung von Agrarfolien. Mortalitätsraten und die Vitalität von Bodenorganismen wie Regenwürmer und Springschwänze und deren Fähigkeit, gesundes Bodenleben aufrechtzuerhalten, könnten durch Mikroplastik stark beeinträchtigt werden, warnen Experten des NABU.
Studien zeigen, dass Mikroplastik negative Auswirkungen auf den Stoffwechsel, die Fortpflanzung und das Wachstum vieler Bodenorganismen hat. Regenwürmer, die Mikroplastik aufnehmen, können in ihrer Fortpflanzung eingeschränkt werden, was die Gesundheit des gesamten Bodens bedroht. Eine Studie der Technischen Universität Berlin legt dar, dass Mikroplastik über verschiedene Wege in den Boden gelangt, wodurch der Gesundheitszustand der Böden erheblich gefährdet wird. Mikroplastik könnte in die Lebensmittelkette eindringen, beispielsweise durch den Verzehr von Regenwürmern durch Hühner oder Pflanzenaufnahme, was Wissenschaft als besorgniserregend betrachtet.
Maßnahmen zur Unterstützung von Regenwürmern
Um die positive Rolle der Regenwürmer für die Bodengesundheit zu unterstützen, empfiehlt es sich, auf chemisch-synthetische Dünger zu verzichten, die Bodenbearbeitung zu minimieren und durch Mulchen mit Pflanzenresten, Kompost sowie eine vielfältige Bepflanzung die Lebensbedingungen für die Regenwürmer zu verbessern. Naturnah gestaltete Gärten fördern zudem die Bodenqualität und sind vorteilhaft für die Entwicklung von Regenwurmpopulationen, was die Gesundheit von Böden entscheidend beeinflusst.
Angesichts der Gefahren durch Mikroplastik und der bisherigen unzureichenden Forschungen zu dessen Auswirkungen besteht ein erheblicher Forschungsbedarf. Um die Bodenqualität langfristig zu sichern, sind Maßnahmen zur Reduktion von Kunststoffeinträgen unerlässlich. Der NABU fordert unter anderem eine einheitliche Messtechnik und Strategien zur ökologisch verträglichen Nutzung von Kunststoffen in der Landwirtschaft, um die für unsere Ökosysteme wichtigen Regenwürmer zu schützen und deren Funktionen zu erhalten.