Die NASA hat am 15. Jänner 2026 eine bedeutende Entscheidung getroffen und eine vierköpfige Astronauten-Besatzung vorzeitig von der Internationalen Raumstation (ISS) zurückgerufen. Grund hierfür sind medizinische Probleme eines Crew-Mitglieds, die nicht adäquat im All behandelt werden konnten. Dies ist das erste Mal, dass eine ISS-Crew aufgrund eines medizinischen Notfalls vorzeitig zurückkehren muss, wie vienna.at berichtet. Die Rückkehr erfolgte mit einem „Crew Dragon“-Raumschiff von SpaceX, das um 9:42 Uhr MEZ sicher vor der Küste Kaliforniens landete.
Die Crew bestand aus den US-Astronauten Mike Fincke und Zena Cardman, dem Japaner Kimiya Yui sowie dem russischen Kosmonauten Oleg Platonow. Sie waren seit dem 1. August 2025 im Einsatz gewesen und hatten ursprünglich eine sechsmonatige Mission an Bord der ISS geplant. Ihr Einsatz musste jedoch aufgrund der gesundheitlichen Probleme um einige Wochen verkürzt werden.
Details zu den medizinischen Problemen
Die genaue Identität des betroffenen Crew-Mitglieds sowie spezifische Details zu den gesundheitlichen Problemen wurden aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht. Das besagte Crew-Mitglied befindet sich jedoch in stabilem Zustand und es wird eine vollständige Genesung erwartet, so tagesschau.de. Dennoch äußerte der NASA-Medizinchef James Polk, dass weiterhin ein Risiko besteht und die Diagnose unklar bleibt. Die Entscheidung zur Rückkehr wurde getroffen, um eine bessere medizinische Versorgung auf der Erde zu gewährleisten.
Ein für Donnerstag geplanter Außeneinsatz an der ISS, an dem Zena Cardman und Mike Fincke teilnehmen sollten, wurde aufgrund der gesundheitlichen Komplikationen abgesagt. Dies deutet darauf hin, dass die medizinische Versorgung an Bord der ISS eher für kleinere Beschwerden ausgelegt ist und nicht für ernsthafte Eingriffe.
Auswirkungen auf die ISS-Besatzung
Mit der Rückkehr von „Crew 11“ verblieben nach dem Splashdown noch drei Besatzungsmitglieder auf der ISS, darunter Chris Williams aus den USA sowie die beiden Russen Sergei Kud-Swertschkow und Sergej Mikajew. Für den Betrieb des Weltraumlabors ist eine Mindestbesatzung von drei Personen erforderlich. Während dies eine große Herausforderung darstellt, wird die NASA auch schon über die mögliche Vorverlegung des Starts der nächsten Crew, „Crew 12“, nachdenken, die für Mitte Februar 2026 geplant war.
Das Ereignis wirft auch Fragen zur medizinischen Unterstützung in der Schwerelosigkeit auf. Die ISS verfügt zwar über zwei „Crew Medical Officers“, die grundlegende medizinische Kenntnisse haben, aber für ernsthafte medizinische Notfälle sind die Ressourcen an Bord unzureichend, was die Rückkehr zur Erde zur einzigen Option macht. Astronauten müssen sich zudem auf den strapaziösen Rückflug vorbereiten, der durch die vorherige Schwerelosigkeit zusätzlich belastend ist, weshalb sie spezielle Kompressionsstrümpfe tragen müssen, um Kreislaufprobleme zu vermeiden, berichtet zdfheute.de.
Diese Vorfälle zeigen die Herausforderungen, die mit der Langzeitforschung im Weltraum verbunden sind, und die Notwendigkeit, geeignete medizinische Vorkehrungen zu treffen, um die Gesundheit der Astronauten zu schützen.