Der Trend des Looksmaxxing, der in den letzten Jahren vor allem durch TikTok an Popularität gewonnen hat, beschäftigt sich mit der Maximierung der eigenen körperlichen Attraktivität. Diese Praxis hat ihren Ursprung in männlichen Incel-Foren der 2010er Jahre und hat sich bis 2022–2023 über diese Grenzen hinaus in die Mainstream-Kultur ausgedehnt. Heute konzentriert sich die Looksmaxxing-Community hauptsächlich auf junge Männer, die bestrebt sind, ihre äußere Erscheinung zu optimieren, um attraktiver zu erscheinen und das eigene Selbstwertgefühl zu steigern. Laut Kurier haben Themen wie Körperhygiene, Skincare und Fitness dabei hohe Priorität.
In dieser Community, die auch den Begriff „HTN“ oder „High-Tier Normie“ verwendet, wird das Aussehen als zentraler Faktor für sozialen Status und romantischen Erfolg betrachtet. Die Teilnehmer sind oftmals bestrebt, spezifische Merkmale wie Kieferpartie, Augen und Körperbau zu verbessern. Ein weiterer wichtiger Aspekt des Looksmaxxings ist die Einteilung von Männern in verschiedene Kategorien, die von „Untermensch“ über „Normie“ bis zu „Chad“ reichen, wobei „Chad“ den idealen, perfekt attraktiven Mann bezeichnet. Frauen werden entsprechend in „Becky“ und „Stacy“ klassifiziert, wie Wikipedia beschreibt.
Verfahren und Risiken
Die Methoden, die im Looksmaxxing eingesetzt werden, umfassen sowohl oberflächliche Praktiken als auch extremere Eingriffe, von Aknebehandlungen und Fitnessstudio-Besuchen bis hin zu plastischen Operationen. In diesen Online-Communities wird auch der Begriff „Yellow Pill“ verwendet, um die Überzeugung zu kennzeichnen, dass das Aussehen entscheidend für den Erfolg bei Frauen ist, während andere Eigenschaften wie Humor oder Intelligenz oft als irrelevant angesehen werden. Dies kann zu einem hohen Maß an Selbsthass und misogynen Ansichten führen, wie Nordbayern warnt.
Ein kritischer Punkt ist, dass manche Methoden, wie das sogenannte „Bonesmashing“, als Scherz betrachtet, jedoch zunehmend als ernsthafte Praktiken in dieser Community gefördert werden. Dies hat zur Sorge geführt, dass diese extremen Ansätze gesundheitliche Risiken bergen und potenziell zur Entwicklung von Körperdysmorphie beitragen können, was in einem Bericht der BBC von 2024 thematisiert wurde. Hierbei wird das gesamte Spektrum des Looksmaxxings dargestellt, das, je nach Methode, sowohl als Softmaxxing als auch Hardmaxxing kategorisiert wird. Softmaxxing bezieht sich auf Routinepraktiken wie Hautpflege, während Hardmaxxing riskantere Verfahren, wie Drogenmissbrauch oder Operationen, umfasst.
Gesellschaftliche Implikationen
Die Looksmaxxing-Bewegung ist eng mit der Incel-Kultur verbunden, wo Männer ihre Unfähigkeit, romantische Beziehungen zu führen, oft genetischen Nachteilen zuschreiben. Diese Sichtweise könnte den zwanghaften Drang fördern, sich selbst physisch zu verändern, um aceptación zu finden. Kritiker, darunter Fachleute im Gesundheitswesen, weisen darauf hin, dass diese Ideologien dazu führen können, dass junge Männer in toxische Männlichkeitsideale radikalisiert werden und somit negativen Einflüssen ausgesetzt sind.
Ein weiteres beunruhigendes Element ist die weit verbreitete Verwendung von Rankings und Vergleichen in der Looksmaxxing-Community, die die Selbstwahrnehmung beeinflussen und zu einer toxischen Denkweise führen können. Diese Praktiken verstärken die Vorstellung, dass äußerliche Merkmale der einzige Schlüssel zu sozialem und romantischem Erfolg sind, was die mentale Gesundheit der Betroffenen ernsthaft gefährden kann.
Zusammenfassend zeigt der Looksmaxxing-Trend, wie sich Vorstellungen von Attraktivität und männlicher Identität in digitalen Milieus formen und wie dies sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Selbstwahrnehmung junger Menschen hat. Obwohl die Suche nach Selbstoptimierung auch positiv sein kann, wird es kritisch, wenn sie mit toxischen Ideologien gepaart wird.