Am 13. Jänner 2026 übergab der Astronaut Michael Fincke während einer live übertragenen Zeremonie den symbolischen Schlüssel zur Internationalen Raumstation (ISS) an den neu ernannten Kommandanten Sergej Kud-Swertschkow. In seiner ersten Ansprache betonte Kud-Swertschkow die Fortsetzung der wichtigen Arbeit auf der ISS, trotz der jüngsten Herausforderungen, mit einem Aufruf zur Einheit als Team. Sein erstes Kommando an die gesamte Crew lautete, dass sie sich zu einer gemeinsamen Umarmung versammeln sollten, was den Zusammenhalt im Team unterstreicht.
Diese Zeremonie fand im Kontext einer beispiellosen Situation statt, da die NASA plante, die Crew-11, bestehend aus Fincke, Zena Cardman, Kimiya Yui und Oleg Platonow, aufgrund eines medizinischen Problems vorzeitig zurück zur Erde zu holen. Laut der Kleinen Zeitung ist dies das erste Mal in der Geschichte der ISS, dass eine Crew aus medizinischen Gründen früher nach Hause geholt wird. Ursprünglich sollten die Mitglieder der Crew-11 noch mehrere Wochen an Bord bleiben.
Medizinische Rückholaktion
Die Entscheidung zur vorzeitigen Rückkehr wurde von der NASA am 9. Jänner 2026 bekannt gegeben. Ein Crew-Mitglied hatte gesundheitliche Probleme, die laut NASA nicht in einem Notfall mündeten, jedoch zu höheren Risiken führten, die eine Rückkehr erforderlich machten. Trotz der Schwere der Situation ist das betroffene Crew-Mitglied stabil, und die Behörde hatte beschlossen, „lieber auf Nummer sicher zu gehen“. Einzelheiten zum medizinischen Zustand wurden jedoch nicht veröffentlicht, um die Privatsphäre des Astronauten zu wahren.
Der Außenbordeinsatz, der für die Crew-11 geplant war, wurde aufgrund der Gesundheitsprobleme abgesagt. Diese Informationen wurden von Tagesschau bestätigt. NASA-Chef Jared Isaacman betonte, dass die schnelle Entscheidung im besten Interesse der Astronauten getroffen wurde.
Ablauf der Rückkehr und Nachfolgevermassnahmen
Der Rückflug der Crew-11 ist für die kommenden Tage vorgesehen, und ein genauer Zeitplan soll bald folgen. Die astronautische Besatzung, bestehend aus Mitgliedern aus den USA, Japan und Russland, war ursprünglich im August mit einem SpaceX-Raumschiff zur ISS geflogen und hätte dort mindestens sechs Monate verbringen sollen. Die NASA plant auch, die Nachfolge-Crew, bekannt als Crew-12, die ursprünglich Ende Februar ihren Einsatz antreten sollte, möglicherweise vorzuziehen, um die Lücke zu schließen.
Die Crew-12 wird aus der NASA-Astronautin Jessica Meir, Jack Hathaway, der ESA-Astronautin Sophie Adenot und dem russischen Kosmonauten Andrej Fedjajew bestehen. Diese zwei Missionen bringen den fortdauernden Fortschritt der bemannten Raumfahrt in die Schlagzeilen, da Astronauten nun seit rund 25 Jahren auf der ISS leben und forschen, so der Tagesspiegel.
Die kommenden Tage werden entscheidend sein, nicht nur für die betroffenen Astronauten, sondern auch für die gesamte Raumfahrtgemeinschaft, die den Sicherheitsaspekt bei Missionen in nur einem Bruchteil der Zeit sehr ernst nimmt. Kritische Fragen bleiben jedoch zur Diagnose und zu den potenziellen Risiken, die für die Gesundheit der Besatzung bestehen können.