GLP-1-Medikamente wie Ozempic und Wegovy, ursprünglich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt, werden zunehmend für die Gewichtsreduktion eingesetzt. Diese Medikamente regulieren den Blutzuckerspiegel und fördern das Sättigungsgefühl, was dazu führt, dass Patienten im Durchschnitt zwischen 15 und 20 Prozent ihres Körpergewichts verlieren. Doch die Freude über den Gewichtsverlust kann oft trügerisch sein. Laut einem Bericht von Kleine Zeitung setzen etwa 50% der Patienten die Medikamente innerhalb eines Jahres ab, häufig wegen Nebenwirkungen wie Übelkeit oder den hohen Kosten von über 1.000 Dollar (850 Euro) pro Monat in den USA.
Nach dem Absetzen der GLP-1-Medikamente, die eine bedeutende Unterstützung bei der Behandlung von Fettleibigkeit darstellen, kommt es meist zu einem sogenannten Jo-Jo-Effekt. Eine Auswertung von 37 klinischen Studien zeigt, dass Patienten nach der Therapie im Durchschnitt 0,4 Kilogramm pro Monat zunehmen. Innerhalb eines Jahres kehren viele Patienten zu fast ihrem ursprünglichen Gewicht zurück, was erhebliche Herausforderungen für die Langzeitbehandlung von Übergewicht und Adipositas offenbart.
Die Herausforderung der langfristigen Gewichtskontrolle
Während der Behandlung verlieren Patienten im Durchschnitt fast 15 Kilogramm, doch nach dem Absetzen sind sie anfällig, im Durchschnitt etwa 10 Kilogramm innerhalb eines Jahres wieder zunehmen. Forscher befürchten, dass viele früheren Erfolge verschwinden, wenn die Medikamente abgesetzt werden. Langfristige Daten fehlen, aber es wird vermutet, dass Patienten ihr Ausgangsgewicht nach 18 Monaten wieder erreichen. Auch Blutdruck und Cholesterinwerte kehren nach 1,4 Jahren auf ihr Ausgangsniveau zurück. Dies zeigt, dass GLP-1-Medikamente als eine Therapieform beginnen, jedoch kein dauerhaftes Heilmittel darstellen können, wie auch Doktor ABC feststellt.
Die Therapie ist nicht für jeden geeignet; bei bestimmten Vorerkrankungen, wie schweren Magen-Darm-Erkrankungen oder hormonellen Störungen, sollte von einer Behandlung abgesehen werden. Es ist wichtig, dass im Vorfeld eine gründliche ärztliche Abklärung stattfindet. Zudem zeigen Berichte, dass Abbruch der Therapie ärztlich begleitet werden sollte, um einen raschen Gewichtsanstieg zu vermeiden.
Eine multimodale Betreuung ist entscheidend
GLP-1-Medikamente könnten neue Hoffnung für Menschen mit Adipositas bieten. Dr. Juan V A Franco, Hauptautor eines im BMJ veröffentlichten Leitartikels, weist darauf hin, dass über eine Milliarde Menschen weltweit an Adipositas leiden und frühere Lebensstilinterventionen oft fehlgeschlagen sind. Sein Artikel, veröffentlicht von der Uniklinik Düsseldorf, kritisiert, dass öffentliche Diskussionen oft auf Off-Label-Einsatz, hohe Preise und Versorgungsengpässe fokussiert sind.
Eine individualisierte Beurteilung ist von wesentlicher Bedeutung, da Adipositas eine heterogene Erkrankung ist und die Wirksamkeit von GLP-1-Rezeptor-Agonisten nicht pauschal vorhergesagt werden kann. Ein gesundheitszentrierter Ansatz sowie die Integration praktischer Stufungssysteme in die klinische Praxis könnten helfen, bessere Behandlungsergebnisse zu erzielen. Letztlich erfordert die Bekämpfung von Adipositas eine lebenslange multimodale Betreuung, die über spezialisierte Kliniken hinausgeht und auch die Auswirkungen von Adipositas auf die Gesundheit berücksichtigt.