Am 10. Februar 2026 fand auf der Training Base Weeze in Deutschland eine großangelegte Übung statt, bei der Einsatzkräfte aus Deutschland und der Schweiz teilnahmen. Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Goch war dabei stark involviert und stellte mit 90 Einsatzkräften eine erhebliche Stärke. Im Rahmen dieser Übung wurden mehrere Szenarien getestet, darunter die Simulation eines Brandes in einem Altenheim, bei dem 17 Personen vermisst wurden. Dieses Szenario war nicht nur eine Herausforderung für die Lösch- und Rettungstakti, sondern auch eine Gelegenheit, essentielle Dekontaminationsprozeduren zu erproben. Der Schwerpunkt der Feuerwehr Goch lag dabei auf der Dekontamination der Einsatzkräfte nach den Einsätzen, da sie häufig stark verschmutzt aus Brandobjekten kommen.
Ein wichtiges Ziel dieser Übung war es, den Einsatzkräften die Möglichkeit zu geben, ihre verschmutzte Einsatzkleidung an der Einsatzstelle auszuziehen, um die Reinigung und die Versorgung mit neuer, sauberer Kleidung zu erleichtern. Brandrückstände sind bekannt dafür, gesundheitsschädlich zu sein und erhöhen das Risiko der Feuerwehrleute, an Krebs zu erkranken – eine Tatsache, die von mehreren Studien untermauert wurde. Daher ist es entscheidend, ein effektives Dekontaminationskonzept, wie es die Feuerwehr Goch entwickeln möchte, zu implementieren.
Dekontamination im Fokus
Die Großübung diente als Test des speziellen Dekon-Konzepts, das die Feuerwehr Goch zur Verbesserung der Einsatzstellenhygiene erarbeitet hat. Ähnlich geht die Feuerwehr Dortmund vor, die im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts „eNovation“ eine Übung zur Dekontamination von Verletzten durchgeführt hat. Hierbei wurden Szenarien zur Schulung und Optimierung des Dekontaminationsprozesses entwickelt. Der Fokus lag darauf, Personen, die mit Gefahrstoffen in Kontakt gekommen sind, sicher und effizient zu dekontaminieren.
Realistische Darstellungen von „Verletzten“, die von Angehörigen der DLRG übernommen wurden, trugen zur Authentizität der Übung bei. Eine anschließende Evaluation umfasste Interviews mit Teilnehmern, um Feedback zu sammeln und wichtige Erkenntnisse für den Ernstfall zu gewinnen. Dies verdeutlicht die Bedeutung von Zusammenarbeit und kontinuierlichem Lernen in der Ausbildung.
Gesundheitsrisiken und Hygienemaßnahmen
Feuerwehrleute tragen ein höheres Risiko, an unterschiedlichen Krebsarten zu erkranken. Studien zeigen, dass einige dieser Krebsarten bei Feuerwehrleuten dreimal häufiger vorkommen als in der allgemeinen Bevölkerung. Um dem entgegenzuwirken, haben Feuerwehrorganisationen wie die Feuerwehr Rotterdam-Rijnmond bereits seit Jahren ein Hygienekonzept implementiert, welches auch die nötigen Maßnahmen zur Kontaminationsvermeidung beinhaltet. Grobdekontamination wird bereits an der Einsatzstelle durchgeführt, wobei kontaminierte Einsatzkleidung und Equipment in luftdichten Behältern transportiert werden.
Die Deutschen Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat darüber hinaus Hinweise zur Hygiene und Kontaminationsvermeidung veröffentlicht. Feuerwehrleute sollten immer umluftunabhängigen Atemschutz tragen, verschmutzte Kleidung schnellstmöglich wechseln und die Hände sowie das Gesicht nach einem Einsatz gründlich reinigen. Zu den empfohlenen Maßnahmen gehören auch Duschmöglichkeiten in der Feuerwache und die fachgerechte Reinigung der Einsatzkleidung.
Eine kontinuierliche Sensibilisierung der Einsatzkräfte, insbesondere jüngerer Feuerwehrleute, ist essentiell, damit Hygienemaßnahmen konsequent umgesetzt werden können. Der verantwortungsvolle Umgang mit kontaminierter Ausrüstung und die Dokumentation von Einsätzen sind Schlüsselaspekte, um die Gesundheit und Sicherheit aller Einsatzkräfte zu gewährleisten.
Die umfassenden Erfahrungen und Erkenntnisse aus Übungen wie der in Goch, ebenso wie die gesammelten Daten aus anderen Übungen, sind wertvolle Ressourcen, die der Feuerwehr und dem Gesundheitsschutz ihrer Mitglieder zugutekommen und letztlich dazu beitragen, die Einsatzstellenhygiene zu verbessern.