Am 13. Jänner 2026 wurde der neue Europäische Drogenbericht 2025 veröffentlicht, der eine detaillierte Analyse der aktuellen Drogensituation in Europa bietet. Die Daten zeigen, dass der Drogenmarkt in der Region von einer beispiellosen Dynamik geprägt ist, die durch geopolitische Instabilitäten, Globalisierung und technologische Fortschritte beeinflusst wird. Laut der EUDA ist die Verfügbarkeit von Drogen weiter gestiegen, was eine Vielzahl neuer Gesundheitsrisiken für Konsumierende mit sich bringt.

Besonders besorgniserregend ist der Anstieg des Mischkonsums, bei dem Menschen mehrere Substanzen gleichzeitig konsumieren. Dies führt zu unvorhersehbaren Wirkungen und erhöht die Gefahr von Überdosierungen. Hendrik Streeck, der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, spricht von einer alarmierenden Entwicklung, die auch die Komplexität und das Zusammenspiel von etablierten und neuen Drogen widerspiegelt. Der Bericht hebt hervor, dass Kokain nach wie vor das am häufigsten konsumierte illegale Stimulans in Europa ist, mit etwa 4,6 Millionen Konsumierenden im vergangenen Jahr.

Rascher Wandel auf dem Drogenmarkt

Die EUDA warnt im aktuellen Bericht vor einem raschen Wandel auf dem europäischen Drogenmarkt. Diese Entwicklungen sind nicht nur auf eine zunehmende Verfügbarkeit von Drogen zurückzuführen, sondern auch auf den florierenden Handel mit neuen psychoaktiven Substanzen (NPS). Dazu gehören synthetische Cathinonen und Opioide, die neue Herausforderungen für Gesundheit und Sicherheit darstellen. Die durchschnittliche THC-Wirkstärke von beschlagnahmtem Cannabis beträgt nun 23 %, was auf eine Zunahme der Wirkstärke und Vielfalt an Produkten hinweist.

Erst 2024 meldete Spanien die größte Kokainsicherstellung mit 13 Tonnen, während Deutschland im Jahr 2023 43 Tonnen sichergestellt hat. Diese Zahlen verdeutlichen die anhaltend hohe Verfügbarkeit von Kokain auf dem Markt. Der Gesamtumsatz mit Kokain erreichte 2023 Rekordhöhen, was die Gefahren des Drogenhandels noch verstärkt. Die kriminellen Netzwerke, die diesen Handel kontrollieren, sind oft mit Einschüchterung und Gewalt verbunden.

Gesundheitsrisiken und Reaktionsstrategien

Die Gesundheitsrisiken, die mit dem Konsum von Drogen verbunden sind, nehmen zu – insbesondere durch den Polykonsum. Etwa 1,5 % der Erwachsenen in der EU konsumieren fast täglich Cannabis. Einige Cannabisprodukte sind mit synthetischen Cannabinoiden verunreinigt, was zusätzliche Gesundheitsrisiken birgt. Die EUDA plant, ihre Aufgaben zu erweitern, um besser auf diese Herausforderungen zu reagieren. Ein Netzwerk nationaler forensischer und toxikologischer Labors wird aufgebaut, um die Identifizierung neuer Substanzen zu unterstützen.

Die EUDA arbeitet auch an einem vernetzten Servicemodell, um die Reaktionsfähigkeit auf Drogenprobleme zu verbessern, und nutzt ein Frühwarnsystem für neue psychoaktive Substanzen, das den Austausch von Informationen und Risikobewertungen erleichtert. Diese Maßnahmen sollen den Mitgliedstaaten helfen, schneller auf Veränderungen im Drogenmarkt zu reagieren.

Der Drogenbericht versammelt umfassende Daten zu Drogenkonsum und -handel, und die EUDA unterstützt die Entwicklung von evidenzbasierten Präventionsstrategien, um die Drogenproblematik in Europa nachhaltig zu bekämpfen. Trotz der Herausforderungen ist die Hoffnung, dass diese Maßnahmen zur Verbesserung der Situation beitragen können. Die vollständigen Ergebnisse und Empfehlungen können auf der Webseite von ORF Salzburg und der Bundesdrogenbeauftragten eingesehen werden.