Die Lebensmittelindustrie sieht sich derzeit mit einem ernsten Standortproblem konfrontiert, nachdem Danone mehrere Aptamil-Produkte wegen möglicher Verunreinigungen mit dem bakteriellen Toxin Cereulid zurückgerufen hat. Die betroffenen Chargen umfassen den Aptamil Pronutra Pre (1,2 kg) mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum bis 19. November 2026, Aptamil Pronutra 1 DE (800 g), der bis zum 10. November 2026 haltbar ist, sowie zwei Varianten von Aptamil Profutura Pre D (800 g), deren Haltbarkeitsdaten der 20. und 30. April 2027 sind. Eltern werden aufgefordert, diese Produkte sofort nicht mehr zu füttern und zurückzugeben, auch wenn kein Kassenbon vorhanden ist. Der Kaufpreis wird erstattet, und Ersatzprodukte sind ebenfalls verfügbar. Danone hat einen Verbraucherservice sowie ein Aptacare-Expertenteam eingerichtet, um etwaige Fragen zu klären, wie die Kleine Zeitung berichtet.

Die Kontaminierung wurde durch eine Zutat eines Zulieferers aus China aufgedeckt. Das bakterielle Toxin Cereulid kann ernsthafte, lebensmittelbedingte Erkrankungen auslösen. Zu den Symptomen gehören starkes Erbrechen, Durchfall und ungewöhnliche Lethargie. Die Rückrufe betreffen nicht nur Danone, sondern auch Produkte von Nestlé, Lactalis und Hochdorf. Nestlé hatte bereits im Jänner 2023 Babynahrung in etwa 60 Ländern zurückgerufen, was die Spannungen im globalen Sektor weiter verstärkt hat. In einer umfassenden Rückrufaktion wurden auch verschiedene Produkte von Nestlé, darunter BEBA und Alfamino, zurückgerufen, da ebenfalls eine mögliche Belastung mit Cereulid festgestellt wurde, wie merkur.de berichtet.

Unzureichende Kommunikation und Kritik

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat bereits angepasst, dass die Rückrufankündigungen von Danone und anderen Herstellern verspätet und unzureichend in ihrer Kommunikation waren. Kritisch wird die mangelnde Information an betroffene Eltern gegenübergestellt. Foodwatch hatte auch vorgewarnt, dass Produkte von Aptamil aus dem Handel verschwinden könnten. Darüber hinaus hat die NGO eine Klage gegen Unbekannt in Paris eingereicht, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Auch die Aktienkurse von Danone und Nestlé reagierten negativ auf die Rückrufmeldungen, mit einem Rückgang von 14,6 % für Danone und 5,12 % für Nestlé, wie in der Berichterstattung des Ärzteblattes erwähnt.

Nestlé-CEO Philipp Navratil hat sich in einem YouTube-Video für die Unannehmlichkeiten entschuldigt und erklärt, dass kein akutes Risiko für die Gesundheit von Säuglingen bestehe. Die Untersuchung der betroffenen Produkte zeigt bis jetzt keine bestätigten Krankheitsfälle im Zusammenhang mit den Rückrufen. Nestlé hatte die verunreinigte Zutat am 29. Dezember 2025 identifiziert und daraufhin alle ARA-Öle getestet. Mindestens drei Chargen der Aptamil-Produkte und diverse Produkte von Nestlé wurden als belastet identifiziert, was die Besorgnis der Verbraucher weiter anheizt.

Die Situation ist sowohl für Danone als auch für Nestlé eine ernstzunehmende Herausforderung, die nicht nur die Gesundheit der Kleinsten betrifft, sondern auch das Vertrauen in diese namhaften Marken stark belastet.