Die US-Einwanderungsbehörde USCIS hat heute, am 29. November 2025, angekündigt, dass alle Asylentscheidungen vorerst ausgesetzt werden. Diese Maßnahme erfolgt im Rahmen einer umfassenden Überprüfung und Kontrolle aller Ausländer. Joseph Edlow, der Leiter der USCIS, stellte die Aussetzung in einer Mitteilung auf den Plattformen X und Facebook vor. US-Präsident Donald Trump kündigte zudem einen vollständigen Aufnahmestopp für Menschen aus „Dritte-Welt-Ländern“ an. Trump erklärte: „Ich werde Migration aus allen Dritte-Welt-Ländern dauerhaft stoppen.“ Details zu den betroffenen Ländern und zur Umsetzung des Aufnahmestopps wurden jedoch nicht erläutert.
Die USCIS plant eine umfassende Überprüfung der Green Cards für Ausländer aus als „problematisch“ eingestuften Ländern. Zu diesen Ländern zählen Afghanistan, Iran, Libyen, Somalia, Jemen, Kuba und Venezuela, sowie zwölf weitere. Diese Maßnahmen folgen einem Vorfall, bei dem zwei Nationalgardisten in Washington angeschossen wurden, wobei einer starb und der andere schwer verletzt wurde. Der mutmaßliche Täter, ein 2021 als Flüchtling in die USA eingereister Afghane, wurde festgenommen, das Motiv ist jedoch noch unbekannt. Trump hat Flüchtlinge als eine der Hauptursachen für gesellschaftliche Probleme in den USA bezeichnet. Menschenrechtler warnen vor einer politischen Instrumentalisierung dieses Vorfalls, der zur Verschärfung der Asylpolitik beitragen könnte.
Auswirkungen auf Migranten
Die Ankündigungen der US-Regierung haben massive Auswirkungen auf die Lage in Mittelamerika. Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern, insbesondere aus Venezuela, sehen sich gezwungen, ihre Fluchtrouten aufzugeben und umzukehren. Laut der Politologin Eunice Alma Rendón ist die Bewegung der Flüchtlinge ins Stocken geraten. Aus Angst vor Abschiebungen und aufgrund fremdenfeindlicher Rhetorik kehren viele Menschen, die traditionell in die USA migrierten, resigniert zurück.
Mexiko hat ebenfalls die Flüchtlingswelle begrenzt, was auf ein Abkommen mit den USA zur Verhinderung hoher Zölle zurückzuführen ist. Das Land wird zunehmend als Teil der Grenzabschottung betrachtet, was viele Migranten dazu zwingt, alternative Routen zu suchen. Flüchtlinge denken in vielen Fällen über neue Wege nach, beispielsweise über Kolumbien nach Spanien.
Gefährliche Rückkehr und zunehmende Gewalt
Die Situation für venezolanische Flüchtlinge ist besonders besorgniserregend. Über sieben Millionen Venezolaner sind vor der Diktatur ihres Landes geflohen. Einige, die in den USA Zuflucht suchten, entscheiden sich nun freiwillig, zurückzukehren oder sind entschlossen, nicht weiterzugehen. Die gefährlichen Fluchtrouten, wie zum Beispiel durch den Darién-Dschungel nach Panama, haben bereits viele das Leben gekostet.
Berichte über riskante Bootstransporte, bei denen Passagiere verschwinden, wie im Fall von Vicente, häufen sich. Auch die zwischen Honduras und Nicaragua festgehaltenen Migranten, wie Jordis Castillo, leben in ständiger Angst vor Abschiebung. In Mexiko, wo Flüchtlinge traditionell Unterstützung fanden, hat sich die Stimmungswende der Gesellschaft negativ auf die Migranten ausgewirkt. Diese müssen unter Rassismus und physischer Gewalt leiden und campieren häufig auf öffentlichen Plätzen ohne Hoffnung auf eine Besserung ihrer Situation.