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Miniaturenkabinett in Schönbrunn: Geheimnisse der Kaiserzeit enthüllt!

Das Miniaturenkabinett in Schönbrunn, das in den späten 1760er-Jahren während der letzten Lebensjahre der Kaiserin eingerichtet wurde, birgt überraschende Einblicke in die künstlerische Welt des Barock. Anna Mader-Kratky, die Leiterin der Wissenschaftlichen Leitung der Schönbrunn Group, erläuterte in einem Gespräch mit der APA die Entstehung und den besonderen Charakter des Raumes. Die Miniaturen, die auf Pergament angefertigt wurden, bieten mit ihren Kupferstichen und Zeichnungen aus dem kaiserlichen Besitz einen faszinierenden Blick auf die kreative Begabung der kaiserlichen Familie.

Birgit Schmidt-Messner, eine kunsthistorische Forscherin, beschreibt die Miniaturen als eine Vielzahl von Darstellungen, die Porträts, Genreszenen und amouröse Begegnungen umfassen. Die Originalvorlagen für diese Miniaturen wurden zum Teil in der Sammlung der Albertina entdeckt, und es wird gegenwärtig untersucht, wie diese Vorlagen auf das Pergament übertragen wurden. Diese liebevolle Detailarbeit spiegelt nicht nur das künstlerische Talent der Kinder des Kaiserpaares wider, sondern auch die Leidenschaft des Kaisers selbst für die Kunst.

Einblicke in das private Leben der Kaiserfamilie

Das Miniaturenkabinett ist ein unverwechselbares Zeugnis des 18. Jahrhunderts, auch wenn über das private Leben des Kaiserpaares nur wenige Quellen existieren. Historische Fotos zeigen Zita, die letzte Kaiserin von Österreich, zusammen mit ihrem Sohn Otto in diesem Raum. Diese Fotos waren für die Restaurierung von entscheidender Bedeutung, da sie die Zweifarbigkeit der Wandvertäfelungen dokumentieren und somit ein authentisches Bild des Raumes vermitteln konnten.

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Die interiors sind reich an Farben und wurden über die Jahre hinweg mehrmals überarbeitet. Besonders interessant ist der Umstand, dass Restaurator Martin Siennicki beim Austausch eines Brandmelders auf eine barocke Stuckdecke stieß, die sich 80 Zentimeter über der heutigen Kuppel befindet. Diese Entdeckung deutet darauf hin, dass bei der Einrichtung des Raumes die alte Stuckdecke nicht entfernt, sondern eine neue Decke darunter eingezogen wurde, was den historischen Charakter des Miniaturenkabinetts bewahrt.

Herausforderungen bei der Restaurierung

Die logistischen Herausforderungen, die das Team bei der Restaurierung aufgrund der geringen Grundfläche des Raumes bewältigen musste, waren erheblich. Die Miniaturen selbst, die in hervorragendem Zustand waren, wurden abgenommen und im Atelier restauriert. Die anschließende Neumontage erfolgte in einer klimageschützten „Verpackung“, wobei der historische Zierrahmen erhalten blieb. Obwohl das Miniaturenkabinett für Besucher nicht zugänglich ist, kann es durch eine Türe im "Millionenzimmer" eingesehen werden.

Der Kontext des Barock, der von prachtvoller Opulenz und dramatischer Inszenierung geprägt ist, gibt diesen Miniaturen einen besonderen kulturellen Wert. Die Barockkunst, die von 1600 bis 1750 dominierte, spiegelt die Widersprüche zwischen dem stilvollen Leben der Oberschicht und den Herausforderungen der breiten Bevölkerung wider. Während die Miniaturen im Miniaturenkabinett die künstlerische Blütezeit der Kaiserzeit darstellen, ist dies auch ein Spiegel zum Verständnis der damaligen Gesellschaft und ihrer künstlerischen Ausdrucksformen. Die bemerkenswerten Techniken der Barockmalerei, wie Chiaroscuro und lebendige Farben, haben noch immer einen tiefen Einfluss auf die Kunstwelt von heute.

Für weitere Informationen und tiefere Einblicke in die barocke Kunst und deren Einfluss, besuchen Sie Ars Mundi.

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Schönbrunn, Österreich
Beste Referenz
kleinezeitung.at

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