Die Hamas versucht, ihre Macht im Gazastreifen während einer Waffenruhe wiederherzustellen. Der interne Machtkampf wird von mächtigen Clans angeführt, die um Einfluss konkurrieren. Laut vienna.at hat Hamas Dutzende von Gegnern getötet, nachdem sie anscheinend die Zustimmung der USA erhalten hat, um in der Region für Ordnung zu sorgen. Dennoch bleibt Gaza von Gewalt betroffen, und in den letzten Tagen wurden mehr als zwei Dutzend Palästinenser bei Auseinandersetzungen zwischen Hamas und verschiedenen Clans getötet, berichtet The Conversation.

Angesichts dieser angespannten Situation sorgen die aufkommenden Clans für ein kompliziertes Machtgefüge. Historisch haben diese Clans, die aus Ansammlungen von Familiengruppen bestehen, in der palästinensischen Gesellschaft eine bedeutende Rolle gespielt. Ihre Existenz reicht bis in die Zeit nach dem Krieg von 1948 zurück, als sie als Mediatoren und Wohltäter agierten. Ihr Einfluss hat seit dem Jahr 2007, als die Hamas die Kontrolle über Gaza übernahm, zugenommen.

Wichtige Clans im Machtkampf

Im Folgenden werden einige der bedeutendsten Clans im Gazastreifen vorgestellt:

  • Abu-Shabab-Clan: Angeführt von Jasser Abu Shabab, der als prominentester Rivale der Hamas gilt. Der Clan operiert in einem von Israel besetzten Gebiet in Rafah und rekrutiert mit attraktiven Gehältern Hunderte von Kämpfern. Hamas wirft ihm vor, mit Israel zusammenzuarbeiten, was der Clan bestreitet. Die persönliche Truppe des Clans umfasst schätzungsweise 400 Mitglieder.
  • Doghmush-Clan: Einer der größten und mächtigsten Clans im Gazastreifen, bekannt für seine starke Bewaffnung. Der Anführer, Mumtas Doghmush, ist Gründer der radikalen Gruppe „Armee des Islam“. Der Clan war an der Entführung des israelischen Soldaten Gilad Shalit beteiligt und kämpfte mehrfach gewaltsam gegen die Hamas.
  • Al-Majajda-Clan: Ein großer Clan aus Chan Junis. Es gab wiederholte Zusammenstöße mit Hamas-Kämpfern, wobei die Hamas Razzien durchführte, um Männer festzunehmen, die für die Tötungen von Hamas-Mitgliedern verantwortlich sein sollen. Trotz interner Konflikte unterstützte das Oberhaupt des Clans die Sicherheitskampagne der Hamas.
  • Rami Hellis: Mitglied des Hellis-Clans in Gaza-Stadt, der zusammen mit einem anderen Clan eine Gruppe gründete, die sich gegen die Hamas wendet. Der Clan operiert in noch von Israel kontrollierten Vororten.

Die Beziehungen zwischen diesen Clans, der Hamas und der Fatah-Bewegung, die als ideologischer Rivale von Hamas gilt, sind dynamisch und unterliegen ständigen Veränderungen. In den letzten Wochen hat die Hamas gezielt gegen einige dieser Clans militärisch vorgegangen, was zu einem Anstieg der Gewalt führte. Berichten zufolge hat die Hamas blinde Männer hingerichtet und Clips veröffentlicht, die diese Hinrichtungen zeigen, was zur Besorgnis über ein mögliches Sicherheitsvakuum im Gazastreifen führt, wie ORF berichtet.

Die Auseinandersetzungen zwischen der Hamas und dem Doghmush-Clan führten zu etwa 30 Todesfällen in Gaza-Stadt, während die Kämpfe zwischen Hamas und dem Al-Majajda-Clan im Süden des Gazastreifens an Intensität zunehmen. Ehemalige Sicherheitsbeamte warnen vor einem potenziellen Bürgerkrieg, da in der Region zunehmende Frustration und Chaos herrschen.

Internationale und politische Implikationen

Während die Hamas angekündigt hat, den Kampf gegen Israel fortzusetzen und ihre Macht zu behaupten, wird der Friedensplan von US-Präsident Donald Trump als zunehmend unsicher betrachtet. Der Plan sieht eine Technokratengremium für den Wiederaufbau und eine internationale Stabilisierungstruppe zur Gewährleistung der Sicherheit vor. Diese Unsicherheiten könnten mächtigen Clans ermöglichen, alternative Machtzentren zu bilden und die Bemühungen zur Wiedervereinigung der Gebiete unter einer einheitlichen Regierungsstruktur zu schwächen.

In diesem Kontext ist es wichtig zu beachten, dass Israel einige Gazaner Clans und Milizen, wie die von Yasser Abu Shabab geführten Popular Forces, möglicherweise bewaffnet hat, um die Hamas zu schwächen. Die aktuelle Lage im Gazastreifen bleibt angespannt und die Herausforderungen für die Zivilbevölkerung sowie die politischen Akteure sind erheblich.