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In Japan wird die Geburtenrate immer kritischer: Im vergangenen Jahr lag die Zahl der Neugeburten bei erschreckenden 720.988 – ein Rekordtief, das die Regierung mit Besorgnis zur Kenntnis nehmen muss. Dies geht aus den neuesten Statistiken des Gesundheitsministeriums hervor. Im gleichen Zeitraum wurden 1,62 Millionen Todesfälle verzeichnet, was bedeutet, dass auf jedes neugeborene Kind mehr als zwei Todesfälle kommen. Diese alarmierenden Zahlen steigen nun bereits das neunte Jahr in Folge an und veranschaulichen den demografischen Wandel im Land, der durch einen signifikanten Rückgang der Eheschließungen verstärkt wird, wie oe24.at berichtet. Die Anzahl der Eheschließungen stieg zwar leicht um 2,2 Prozent auf 499.999, jedoch ist dies angesichts der heftigen Rückgänge in der Vergangenheit nicht genug, um die Krise zu verhindern.
Ein weiterer besorgniserregender Aspekt der japanischen Gesellschaft ist die hohe Lebenserwartung: Ganze 92.139 Menschen haben in Japan das stolze Alter von 100 Jahren erreicht, eine Zahl, die immer weiter steigt. Im Vergleich zu einigen anderen Ländern, wie der Schweiz, ist die japanische Lebenserwartung beachtlich hoch – Frauen erreichen durchschnittlich 87 Jahre und Männer etwa 81 Jahre. Gründe dafür sind unter anderem das gut ausgebaute Gesundheitssystem und die gesunde Ernährung. Doch während das Land immer älter wird, schrumpft die Bevölkerung gleichzeitig rasant: Im vergangenen Jahr sank die Anzahl der Japaner um 801.000 auf nur noch 122,4 Millionen – der größte Rückgang seit Beginn der Erhebung vergleichbarer Daten, wie 20min.ch feststellt. Das stellt Japan vor immense Herausforderungen, besonders in Anbetracht des niedrigsten Geburtenniveaus und der fehlenden Einwanderung.
Die Ursachen des Geburtenrückgangs und der alternden Gesellschaft sind vielschichtig. Experten weisen darauf hin, dass die Corona-Pandemie die Eheschließungen beeinflusst hat, was sich negativ auf die Geburtenrate auswirkt. Mit Sorge blickt das Land in die Zukunft und hofft, dass langfristige Maßnahmen zur Förderung von Familie und Beruf endlich fruchten und die negativen Trends wenden können.
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