Diabetes-Tests in Kärntner Apotheken: Millionen-Einsparungen für die Gesundheit!
Kärntner Apotheken führten Diabetes-Tests durch, die 6,76 Millionen Euro Einsparungen im Gesundheitssystem versprechen.

Diabetes-Tests in Kärntner Apotheken: Millionen-Einsparungen für die Gesundheit!
In Kärnten wurden kürzlich umfangreiche Diabetes-Testungen in Apotheken durchgeführt. Laut einem aktuellen Bericht des Instituts für Pharmaökonomische Forschung (IPF) wurden vom 6. bis 18. Oktober rund 5.600 Diabetes-Point-of-Care-(POC)-Tests in 60 Apotheken durchgeführt. Diese Testaktion wurde von der Österreichischen Apothekerkammer in Auftrag gegeben und auswertete die finanziellen Auswirkungen mithilfe eines Budget-Impact-Modells. Die Ergebnisse zeigen ein erhebliches Einsparungspotential für das Gesundheitssystem in Kärnten.
Insgesamt ergibt sich aus den Tests, dass das Gesundheitssystem innerhalb von fünf Jahren etwa 6,76 Millionen Euro einsparen kann. Die jährlichen Einsparungen beginnen bei rund 58.000 Euro im ersten Jahr und steigen auf 2,5 Millionen Euro im fünften Jahr. Besonders auffällig ist, dass die Kosten für nicht erkannte Prädiabetes und Diabetes um insgesamt 17,72 Millionen Euro gesenkt werden können. Im Vergleich dazu betragen die Kosten für erkannte Fälle schätzungsweise 10,86 Millionen Euro.
Einsparungen und Gesundheitsvorsorge
Die Test- und Beratungskosten werden bereits in die Berechnungen einbezogen, was zu einer tatsächlichen Ersparnis von 6,76 Millionen Euro führt. Ein erheblicher Anteil der getesteten Personen, nämlich 29,4 %, hatte ein erhöhtes Diabetes-Risiko (Prädiabetes), während 5,3 % der Testpersonen bereits an Diabetes litten. Durch das Screening in Apotheken wird geschätzt, dass in den nächsten fünf Jahren 1.843 Diabetes-Fälle (591 Prädiabetes und 1.252 Diabetes) verhindert werden können.
Ohne Screening würden fast sieben von 100 Personen pro Jahr an Diabetes erkranken, während nur drei von 100 Personen mit Prädiabetes innerhalb eines Jahres Diabetes entwickeln, wenn sie regelmäßig getestet werden. Gesundheitslandesrätin Beate Prettner betont die Bedeutung der Diabetes-Vorsorge und unterstützt diese Testungen in den Apotheken.
Globale Diabetes-Statistiken
Die Thematik Diabetes ist nicht nur lokal von Bedeutung. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stieg die Anzahl der Menschen mit Diabetes von 200 Millionen im Jahr 1990 auf 830 Millionen im Jahr 2022. Ein alarmierendes Zahlenbild, da die Prävalenz schneller in einkommensschwachen und mittleren Ländern zunimmt als in einkommensstarken Ländern. Diabetes kann zu gravierenden Gesundheitsproblemen führen, darunter Blindheit, Herzinfarkte und Amputationen.
Im Jahr 2021 waren Diabetes und diabetesbedingte Nierenerkrankungen direkt verantwortlich für über 2 Millionen Todesfälle. Das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung ist durch Diabetes ebenfalls deutlich erhöht, da etwa 11 % der kardiovaskulären Todesfälle auf hohen Blutzucker zurückzuführen sind. Frühe Diagnosen sind daher entscheidend, um schwerwiegende gesundheitliche Folgen zu vermeiden.
Die WHO fördert zahlreiche Präventionsmaßnahmen für Typ-2-Diabetes, wie gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und Aufrechterhaltung eines normalen Körpergewichts. Im Kontext der Kärntner Tests wird klar, welche Rolle Screening-Programme in der Prävention solcher chronischen Erkrankungen spielen können.
In Anbetracht der ermutigenden Ergebnisse plant die Österreichische Apothekerkammer eine ähnliche Testaktion für das Jahr 2026. Die Unterstützung von Politik und Wissenschaft für diese Maßnahmen spricht für deren Bedeutung in der Gesundheitsvorsorge.