
Kamele, die einst in Europa eine weit verbreitete Präsenz hatten, erleben durch den Klimawandel und wachsende Tourismustrends ein Comeback. Laut vol.at leben heute schätzungsweise bis zu 6.000 Kamele in Europa, eine Zahl, die in den letzten Jahrzehnten durch steigende Nachfrage nach Kamelmilch und die Tierzucht im Tourismussektor angestiegen ist. Dromedare (Camelus dromedarius) und Trampeltiere (Camelus bactrianus) dominieren die Kamelpopulation in der Region.
Die Nutzung von Kamelen in Europa hat eine lange Tradition. Ihre Einführung durch die Römer, die sie nach ihrer Domestizierung in Südostarabien und Zentralasien einsetzten, war entscheidend für ihre Verbreitung. Kamele fungierten als Pack- und Zugtiere sowie als Nahrungsquelle für Milch und Fleisch berichtet. Im frühen Mittelalter waren sie noch regelmäßig als Lasttiere in Zeremonien von Bedeutung. Mit dem 15. Jahrhundert ging jedoch ihre Anzahl in Europa zurück, und sie wurden hauptsächlich in exotischen Sammlungen gehalten.
Renaissance der Kamelzucht
Die Kamelzucht erlebt in Westeuropa einen sprunghaften Anstieg. So entstehen Kamelmilch-Höfe in Ländern wie Spanien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden. Diese Entwicklung wird nicht nur durch die Nachfrage nach Kamelmilch angetrieben, sondern auch durch steigendes Verbraucherinteresse an dieser besonderen Milch aus Ländern, in denen sie traditionell konsumiert wird. Die Möglichkeit, landwirtschaftliche Betriebe zu diversifizieren, verstärkt den Trend zur Kamelhaltung stellt vol.at fest.
Trotz dieses Aufschwungs steht die Kamelzucht in Europa vor einer Reihe von Herausforderungen. Züchter sehen sich mit kleinen Populationen, geografisch verbreiteten Zuchtbemühungen und einem Mangel an rechtlichen Rahmenbedingungen konfrontiert. Auch die genetische Vielfalt der europäischen Kamele ist gering; viele Dromedare stammen wahrscheinlich von einer gemeinsamen Linie auf den Kanarischen Inseln weist juraforum.de hin.
Nachhaltigkeit und neue Perspektiven
Angesichts der zunehmenden Wüstenbildung und der Veränderungen durch den Klimawandel könnte die Anpassungsfähigkeit der Kamele an trockene Umgebungen sie zu einer nachhaltigen Tierart machen. Es wird erwartet, dass sie aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften an Bedeutung in der Landwirtschaft gewinnen könnten, auch wenn die Kamelzucht nicht die gleiche Relevanz wie andere große Nutztierarten erreichen wird. Fortschritte in der Genomik bieten zudem neue Möglichkeiten für das genetische Management und die Aufzucht von Kamelen so juraforum.de.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Kamele mit ihrer langen Geschichte in Europa und den anstehenden Herausforderungen sowie Chancen vor einer Renaissance stehen. Die Kombination aus kulturellem Erbe und modernen Ansprüchen könnte die nächste Phase der Kamelzucht in Europa prägen, während die Klärung von Tierschutzrichtlinien und die Förderung genetischer Vielfalt weiterhin von zentraler Bedeutung sind.
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