
Die Hauptversammlung der BAWAG hat am Freitag, dem 5. April 2025, einen umstrittenen Vergütungsbericht verabschiedet. CEO Anas Abuzaakouk, der im Jahr 2024 ein Gehalt von 10,9 Millionen Euro erzielte, steht weiterhin in der Kritik. Etwa 30 Prozent der Aktionäre stimmten gegen den Bericht, dennoch wurde er genehmigt, nachdem er im Vorjahr abgelehnt worden war. Der Widerstand gegen die Vergütungen bleibt stark, insbesondere von Seiten des Interessenverbands für Anleger (IVA), der Nachbesserungen fordert, um die Transparenz und Angemessenheit der Gehälter zu gewährleisten.
Das neue Vergütungsprogramm zeichnet sich durch einen hohen Anteil an variablen Komponenten aus, was einige Investoren als positiv bewerteten. Diese Änderungen kommen im Kontext der allgemein wachsenden Anforderungen an Vergütungssysteme, die durch die EU-Richtlinie zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie sowie den Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) geprägt sind, die eine stärkere Mitbestimmung der Aktionäre fördern sollen und umfangreiche Transparenz verlangen, berichtet Pinsent Masons.
Dividenden und internationale Aufsicht
Die Hauptversammlung beschloss eine Dividende von 5,50 Euro pro Aktie, was als attraktiv für die Anleger angesehen wird. Dieses Angebot könnte einen Ausgleich für die skeptische Haltung gegenüber den Gehältern des Vorstands darstellen. Der Aktienkurs der BAWAG fiel jedoch um 8,09 Prozent auf 86,30 Euro, was vor allem durch die Zollpolitik von Donald Trump beeinflusst wurde. Trotz des Rückgangs bleibt der Aktienkurs dennoch doppelt so hoch wie vor zwei Jahren, berichtet Finanzen.at.
Die BAWAG hat auch ihren Aufsichtsrat umgestaltet. Acht Mitglieder wurden gewählt oder wiedergewählt, darunter fünf neue Mitglieder aus den USA. Diese Internationalisierung des Aufsichtsrats könnte auf die globalen Bestrebungen der Bank hinweisen und eine neue Perspektive in die Unternehmensführung bringen, berichtet Krone.at.
Insgesamt zeigt sich, dass die BAWAG vor Herausforderungen steht. Während die Vergütung der Vorstandsmitglieder und die Investorenreaktionen zur Diskussion stehen, ist die Frage nach einer nachhaltigen und transparenten Unternehmensführung von zentraler Bedeutung. Die kommenden Monate werden entscheidend sein für die BAWAG, besonders im Hinblick auf die Reaktionen der Anleger und die Einhaltung regulatorischer Vorgaben, die sich aus ARUG II und dem DCGK ergeben.
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