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Zoll-Schock: EU antwortet auf Trumps Handelskrieg mit drastischen Maßnahmen!

Die wirtschaftlichen Spannungen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten nehmen zu. Als direkte Reaktion auf die hoch erhobenen Zölle der USA unter der Präsidentschaft von Donald Trump, die auf durchschnittlich 20% und auf Autos sogar 25% angestiegen sind, plant die EU nun, Zölle auf eine Vielzahl von US-Produkten und -Services einzuführen. Dies berichtet oe24.

Die neuen EU-Zölle zielen insbesondere auf Produkte, die in republikanischen Trump-Bundesstaaten produziert werden. Dazu gehören unter anderem Whiskey, Jeans, Zuckermais, Reis, Soja, O-Saft, Tabakwaren, Schönheitsmittel, Bekleidung, Eisen, Stahl, Aluminium und sogar Harley-Davidson-Motorräder. Mit dieser Maßnahme will die EU ein starkes Signal setzen und sich gegen die unilateralen Handelspraktiken der USA zur Wehr setzen.

Digitalsteuer und Inlandsmaßnahmen

Um die wirtschaftlichen Auswirkungen abzufedern, fordert der EU-Politiker Manfred Weber eine Antwort mit "voller Marktmacht" gegen amerikanische Digitalkonzerne. Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie könnte die Einführung einer EU-Digitalsteuer sein, die speziell gegen Unternehmen wie Netflix, Amazon und Google gerichtet ist. Diese Steuer könnte jedoch auch negative wirtschaftliche Folgen für Europa haben, da es oft wenig oder keine Alternativen zu den Dienstleistungen dieser US-Firmen gibt.

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In einer weiteren Initiative hat die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock eine Gebühr von 10 Cent für iPhone-Updates vorgeschlagen, um zusätzliche Einnahmen für Europa zu generieren. Ihr Vorschlag steht im Einklang mit dem Digital Services Act (DSA) der EU, der solche Maßnahmen ermöglicht. Parallel dazu könnten auch Nike-Schuhe, die in den USA produziert werden, teurer werden.

Um Preiserhöhungen auf Flüssiggas und andere Produkte zu vermeiden, plant die EU jedoch, Energieimporte aus den USA von den neuen Zöllen auszunehmen. Angesichts der bereits erlebten negativen Auswirkungen von Trumps Zollpolitik auf die europäische Industrie, die offensichtlich weniger exportiert, könnte dieser Schritt entscheidend sein.

Wirtschaftliche Bedenken und historische Parallelen

Die aktuelle Situation erinnert viele Beobachter an die Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre. Dabei warnt der ehemalige Generaldirektor der Welthandelsorganisation, Roberto Azevdo, vor möglichen ähnlichen Verhältnissen. Er weist auf das Smoot-Hawley-Zollgesetz hin, welches zu einer globalen Zoll-Eskalation führte und den internationalen Handel erheblich reduzierte. Tagesschau berichtet, dass Ökonomen weltweit Unverständnis für Trumps Zollpolitik zeigen und mögliche weitreichende Folgen befürchten.

Carsten Brzeski, Chefvolkswirt Europa der ING Bank, zieht Parallelen zu den damaligen Tagen des Protektionismus. Er erklärt, dass die Zölle nicht nur die Exporte, sondern auch die Importe zurückdrängen und so ganze Nationen in Mitleidenschaft ziehen könnten.

Im Gegensatz dazu mahnt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, zur Vorsicht. Er betont, dass die Zölle der 1930er-Jahre nicht die Depression ausgelöst, sondern lediglich verschärft haben. Aktuell sind die Bedingungen für die Zentralbanken aufgrund des abgeschafften Gold-Standards erheblich besser, da diese nun mehr Freiheiten zur Intervention bieten.

Dennoch könnte ein Rückzug der USA aus der internationalen Arbeitsteilung zu höheren Produktionskosten führen, was letztlich auch die amerikanischen Konsumenten belasten würde. Der ehemalige Chefökonom des Internationalen Währungsfonds, Ken Rogoff, sieht die Situation ebenfalls mit Ratlosigkeit und warnt vor den unberechenbaren Folgen dieser Entwicklungen.

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