
Am 2. April 2025 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,7 Zentralmyanmar, insbesondere die Region um Sagaing. Bislang sind mehr als 2.700 Menschen ums Leben gekommen, und mindestens 440 gelten als vermisst. Viele Einwohner verbringen die Nächte im Freien, da ihre Häuser unbewohnbar sind. Während die Rettungsmaßnahmen beginnen, berichten Behörden von chaotischen Bedingungen und einem Mangel an Informationen über die Situation vor Ort. Vol.at spricht von Flüchtenden, die unter extremen Bedingungen leben müssen.
Die militärische Junta, die Myanmar seit 2021 regiert, hat während dieser humanitären Krise um internationale Hilfe gebeten. Gleichzeitig stehen die Hilfsoperationen jedoch unter einem extremen Druck durch den anhaltenden Bürgerkrieg zwischen der Junta und verschiedenen Widerstandsgruppen. Diese Konflikte haben die Gebiete, die dringend Unterstützung benötigen, zusätzlich isoliert und die Hilfseinsätze gefährdet. fr.de berichtet, dass das Militär trotz der katastrophalen Umstände Luftangriffe auf Zivilisten im Bezirk Chaung-U fortgefahren hat.
Hilfsmaßnahmen und internationale Unterstützung
Das chinesische Außenministerium bestätigte die Sicherheit eines Rettungsteams, das im Katastrophengebiet aktiv ist. Ein Hilfskonvoi des Chinesischen Roten Kreuzes wurde jedoch von der Junta mit Warnschüssen gestoppt, weil er eine Anweisung nicht befolgt hatte. Dies verdeutlicht die Spannungen zwischen der Junta und den Helferteams. Die Junta-Chef Min Aung Hlaing hat betont, dass die Transportwege für die Rettungsarbeiten offen bleiben müssen. dw.com hebt hervor, dass bereits ein Rettungsteam aus China mit Soforthilfe von 14 Millionen Euro eingetroffen ist.
Zahlreiche weitere internationale Rettungsteams aus Ländern wie Thailand, Indonesien, den Philippinen, Vietnam, Neuseeland, Indien, Japan, Singapur und Russland sind ebenfalls im Einsatz. Trotz all dieser Unterstützung gibt es Bedenken, dass die Hilfsgelder nicht den Opfern zugutekommen könnten, da die Junta die Verteilung kontrolliert. Unabhängige Aktivisten warnen davor, dass in Sagaing viele Menschen bislang keinen Zugang zu Hilfsgütern haben.
Politische Einordnung und humanitäre Herausforderungen
Die humanitäre Lage in Myanmar ist durch den Bürgerkrieg extrem angespannt. Vor dem Erdbeben waren bereits 3,5 Millionen Menschen in Myanmar aufgrund des Konflikts vertrieben worden. Hilfsorganisationen berichten, dass die anhaltenden Kämpfe die Bergungs- und Hilfseinsätze erheblich behindern. Trotz einer angekündigten einmonatigen Waffenruhe seitens der Widerstandsgruppen, hat die Junta diese abgelehnt und ihre offensiven Militäraktionen fortgesetzt. Vol.at erwähnt, dass die australische Regierung und Amnesty International die Junta für ihre fortgesetzten Angriffe während dieser humanitären Krise kritisieren.
Die Entwicklung der Lage in Myanmar bleibt ungewiss, da die Junta trotz aller Herausforderungen um internationale Unterstützung bittet und gleichzeitig ihre militärischen Operationen fortführt. Die Menschen in den Erdbebengebieten hoffen auf eine baldige Besserung ihrer Lage, die nicht nur durch Naturkatastrophen, sondern auch durch ein katastrophales politisches Umfeld geprägt ist.
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