Am 6. Februar 2026 wurde ein schwerer Anschlag auf Wladimir Alexejew, den stellvertretenden Chef des russischen Militärgeheimdienstes GRU, verübt. Alexejew, ein hochrangiges Mitglied des russischen Generalstabs, wurde in einem Wohnhaus im Nordosten Moskaus mehrfach beschossen und erlitten schwere Verletzungen, die einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machten. Ein Strafverfahren wegen versuchten Mordes wurde eingeleitet, während die Ermittlungen zügig voranschreiten. Laut Kleine Zeitung wurden bereits zwei Verdächtige festgenommen, nachdem sie als Täter identifiziert wurden.

Der Hauptverdächtige, ein 1960 geborener Russe, wurde in Dubai gefasst und anschließend an Russland überstellt. Ein Komplize aus Moskau, geboren 1959, wurde ebenfalls in Gewahrsam genommen. Währenddessen floh eine weitere mutmaßliche Komplizin in die Ukraine. Russlands Außenminister Sergej Lawrow äußerte sich deutlich und machte Kiew direkt für den Anschlag verantwortlich. Er bezeichnete diesen als „Terroranschlag“ und wies darauf hin, dass der Täter auf Anweisung ukrainischer Geheimdienste gehandelt habe.

Ermittlungen und Vorwürfe

Lawrow betonte, dass der Vorfall die Provokationen des „Regimes“ in Kiew offenbare, die darauf abzielten, den Friedensprozess zu untergraben. Kremlsprecher Dmitri Peskow fügte hinzu, dass Militärkommandeure in Kriegszeiten einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind und forderte mehr Schutz für solche hochrangigen Geheimdienstmitarbeiter. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu beachten, dass es in den Jahren 2024 und 2025 bereits ähnliche Attentate auf russische Militärangehörige gegeben hatte. Beispielsweise wurde 2025 Generalleutnant Jaroslaw Moskalik durch eine Autobombe getötet.

Die Rolle der GRU trägt zu den geopolitischen Spannungen bei, insbesondere angesichts ihrer langen Geschichte und ihrer strategischen Bedeutung. Die GRU, als russischer Militärgeheimdienst, hat eine Tradition von mehr als zweihundert Jahren, die bis zur Gründung einer Sonderkanzlei im Jahr 1812 zurückreicht. Diese Institution hat sich im Laufe der Jahre diversifiziert und war unter anderem an der Besetzung der Krim 2014 sowie an Operationen im Donbas und in Syrien beteiligt. Nach dem Zerfall der Sowjetunion konnte die GRU ihre personellen und finanziellen Ressourcen weitgehend erhalten.

Zukunft der militärischen Geheimdienstarbeit

Diese aktuellen Entwicklungen werfen Fragen über die Sicherheit und die Arbeitsweise der GRU auf. Trotz der Herausforderungen, vor denen sie während des Ukraine-Konflikts von 2022 stand, bleibt die GRU ein entscheidendes Instrument der russischen politischen und militärischen Führung. Experten betonen, dass die GRU über umfassende nachrichtendienstliche Fähigkeiten verfügt, die sowohl traditionellen als auch modernen Aspekten des Geheimdienstes Rechnung tragen und in Zeiten globaler Unsicherheiten zunehmend an Bedeutung gewinnen.