Das steirische Technologieunternehmen Resch hat eine revolutionäre Entwicklung im Bereich der Batterietechnologie vorgestellt. Mit einem innovativen Batteriesystem stößt das Unternehmen aus St. Stefan im Rosental die gesamte Branche in eine neue Richtung. Dies geschieht im Kontext der aktuellen EU-Batterieverordnung, welche weitreichende Veränderungen in der Branche fordert. Laut ÖkoNews ermöglicht die neue Technologie, die europäische Batterieverordnung 2023/1542 zu erfüllen, die unter anderem vollständige technische Informationen über Batterien verlangt und neue Standards für Umweltschutz setzt.
Ein zentrales Element dieser Verordnung ist der digitale Batteriepass, der ab 2025 eingeführt wird und den Lebenszyklus jeder Batterie dokumentiert. Zudem müssen ab 2028 die CO₂-Fußabdrücke der Batterien deklariert werden. Besonders spannend ist die Regelung, die ab Februar 2027 besagt, dass Batterien nicht mehr irreversibel verbaut werden dürfen, um es den Konsumenten zu ermöglichen, diese eigenständig auszutauschen.
Innovative Technologie und Kosteneinsparungen
Resch hat ein mechanisches Stecksystem entwickelt, das ohne Klebstoffe oder Schweißverbindungen arbeitet. Dieses System ermöglicht es, defekte Zellen punktgenau zu ersetzen, was die Lebensdauer der Batterien verlängert und gleichzeitig die Kosten um bis zu 30 % im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen reduziert. Neben der positiven Umweltauswirkung könnte dies insbesondere für Hersteller von E-Bikes und E-Scootern von großer Bedeutung sein, um die EU-Vorgaben effizient umzusetzen.
Bisher haben bereits mehrere internationale Automobilhersteller Interesse an einer Serienproduktion basierend auf dieser innovativen Technologie gezeigt. Das Moduldesign ist universell und mit gängigen Batteriezelltypen kompatibel, wodurch die Anwendung nicht nur auf den Mikromobilitätssektor beschränkt ist, sondern auch in der Automobilindustrie, Luft- und Schifffahrt sowie bei stationären Energiespeichern Anwendung finden kann.
EU-Vorgaben für Batterien
Die regulatorischen Rahmenbedingungen der EU, die mit dem Inkrafttreten der neuen Batterieverordnung am 17. August 2023 in Kraft traten, zielen darauf ab, die Umweltauswirkungen des stark steigenden Bedarfs an Batterien zu minimieren. Laut EU-Umweltpolitik wird bis 2030 eine 14-fache Erhöhung der globalen Nachfrage nach Batterien prognostiziert, wobei die EU voraussichtlich 17 % dieser Nachfrage abdecken wird.
Im Rahmen des Europäischen Grünen Deals wird die Entwicklung einer wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Batterieindustrie gefördert. Die aktuellen Vorschriften betreffen alles von der Materialbeschaffung über die Sammlung bis hin zum Recycling und zur Wiederverwendung der Batterien. Unter anderem werden auch Regelungen für die Erhöhung der Recyclingeffizienz und Materialrückgewinnung erlassen, um die Kreislaufwirtschaft voranzutreiben.
Die Verordnung 2023/1542, die auch die Richtlinie 2006/66/EG ablöst, verfolgt das Ziel, die Nachhaltigkeit von Batterien über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg zu gewährleisten und die Hersteller dazu zu bringen, Verantwortung für die Sammlung und das Recycling ihrer Produkte zu übernehmen. Diese Ansprüche stärken den Umweltschutz und fördern gleichzeitig die wirtschaftliche Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen in Europa.
Zusammengefasst könnte das modulare Batterysystem von Resch nicht nur einen neuen internationalen Standard setzen, sondern auch entscheidend zur Förderung der Elektromobilität und zur Erreichung der Klimaneutralitätsziele in Europa beitragen.