Starkregen und schwere Stürme setzten Spanien und Portugal zu, während das Sturmtief „Leonardo“ am Mittwoch die Iberische Halbinsel überzog. In der Region Andalusien herrscht Alarmbereitschaft, da besonders intensive Niederschläge erwartet werden. Antonio Sanz, Regionalrat für Katastrophenfälle in Andalusien, äußerte Besorgnis über die Flussläufe, die bereits über die Ufer getreten sind, und hinzukommende Überschwemmungen, die 85 Straßen unterbrochen haben. In nur 16 Stunden fiel im Gebiet von Grazalema so viel Regen wie in ganz Madrid im gesamten Jahr.Kleine Zeitung berichtet, dass in der Provinz Cádiz Evakuierungen in Wohngebieten entlang des Flusses Guadalquivir notwendig wurden. Zudem gilt für das Wasser in den Flüssen in dieser Region bereits eine hohe Warnstufe.

In Portugal ist die Situation ebenso kritisch. Der Regierungschef Luis Montenegro bezeichnete die Lage als „zerstörerische Krise“. Besonders tragisch ist der Tod eines Mannes, der in seinem Auto von den Fluten fortgerissen wurde. Zudem wird eine Frau in Andalusien vermisst, die versuchte, ihren Hund aus einem reißenden Fluss zu retten. In der Vorwoche waren bei einem vorhergehenden Sturm, „Kristin“, bereits fünf Menschen in Portugal gestorben. Die Wetterdienste warnen vor weiteren Gewittern und möglichen Erdrutschen, da der Boden bereits stark gesättigt ist.Der Tagesspiegel berichtet.

Evakuierungen und Störungen

In Spanien wurden mehr als 3.000 Menschen bereits evakuiert, Schulen in den betroffenen Regionen mussten schließen. In Córdoba wurden zahlreiche Menschen aus den Gefahrenzonen in Sicherheit gebracht. Dank neuer Regenfälle, die für das kommende Wochenende prognostiziert werden, könnte sich die Lage weiter verschärfen. Der spanische Wetterdienst Aemet warnte vor weiteren Überschwemmungen und einem hohen Risiko für Erdrutsche.

In Portugal mussten bereits zahlreiche Evakuierungen durchgeführt werden, während die Wahl in Alcácer do Sal wegen der Überschwemmungen abgesagt wurde. Bahnhöfe in den betroffenen Gebieten verzeichneten Einschränkungen im Verkehr, jedoch wurden weitere Opfer bislang nicht gemeldet. In der Stadt Porto führte die Überflutung des Flusses Douro zu einer Unterbrechung der Flussfahrten und überflutete zahlreiche Terrassencafés.

Klimawandel und Extremwetterereignisse

Die wiederholten Extremwetterereignisse in der Region sind alarmierende Hinweise auf die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels. Laut einem Bericht des WWF zeigt sich ein klarer Zusammenhang zwischen klimatischen Veränderungen und der Häufigkeit solcher Ereignisse. Der Weltklimarat (IPCC) berichtet, dass die Wahrscheinlichkeit von Starkregenfällen in Westeuropa infolge des Klimawandels um das 1,2- bis 9-fache gestiegen ist.Hierzu führt der WWF aus, dass die globale Oberflächentemperatur rapide ansteigt und Extremwetterereignisse wie Überschwemmungen und Hitzewellen nun häufiger auftreten werden. Diese Entwicklung zwingt sowohl Spanien als auch Portugal, Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes zu ergreifen und die Ökosysteme zu restaurieren.